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Freude am SchwitzenSaunieren für Anfänger

06.12.2013, 18:30 Uhr

Eine Auszeit vom Alltag nehmen. Rund 30 Millionen Deutsche tun das regelmäßig in der Sauna. Und das Schwitzen wird immer beliebter. Jedes Jahr kommen neue Saunabegeisterte dazu. Denn das Schwitzen ist nicht nur gut für die Seele, sondern beugt auch Krankheiten vor. Aber was müssen Saunaanfänger beachten? Wir zeigen Ihnen, wie Saunieren richtig funktioniert.

Alexia möchte einfach mal abschalten und die Seele baumeln lassen. Im Mediterana bei Köln probiert die Saunaanfängerin zum ersten Mal das Schwitzen aus.

Tipps für den ersten Saunagang

Aber was müssen Neulinge beim ersten Sauna-Gang beachten? Denn nicht für jeden ist das Brutzeln geeignet - und kann mitunter sogar schädlich sein, weiß Prof. Dr. Ingo Froböse, Sportwissenschaftler der Deutschen Sporthochschule Köln: "Grundsätzlich kann man sagen, dass es für die meisten Menschen erst mal geeignet ist, insofern sie die Voraussetzungen mitbringen. Und die Voraussetzung ist, einigermaßen Kreislaufstabil zu sein, ein funktionstüchtiges Herz-Kreislauf-System zu haben, also zum Beispiel keine Herzprobleme zu haben. Und dementsprechend heißt das, solange ich dann nicht noch eine Hauterkrankung habe, kann jeder dort hinein."

Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, steht dem ersten Saunabesuch nichts mehr im Weg. Rein in Schlappen und Handtuch und schon kann es losgehen. Vor jedem Saunagang muss man sich erst einmal ordentlich abduschen. Danach heißt es, gründlich abtrocknen. Denn mit trockener Haut schwitzt es sich besser. Doch welche Sauna ist für den Anfang geeignet?

Die Qual der Sauna-Wahl

Wir fragen nach bei Kathrin Weigl-Schruff – sie ist Bereichsleiterin Wellness Mediterana Köln: "Wichtig ist, dass man nicht mit der heißesten Sauna beginnt, sondern ist mit dem Dampfbad und dann mit einer leicht temperierten Sauna, um sich dann ein gewisses Stück zu steigern."

Ganz wichtig: beim ersten Mal keinen falschen Ehrgeiz entwickeln. Entscheidend ist hier ganz alleine das Wohlbefinden. Länger als 8 Minuten sollte ein Neuling allerdings nicht in der Sauna bleiben. Denn nur wer richtig schwitzt, tut seinem Körper etwas Gutes. Der regelmäßige Gang in die Sauna ist nicht nur wohltuend für die Seele, sondern kann auch vorbeugend wirken, weiß Prof. Dr. Ingo Froböse: "Letztendlich ist Sauna natürlich ein entspannendes Medium, aber zum zweiten kräftigt es den Körper in seinen Funktionen: Es aktiviert den Stoffwechsel, es stimuliert das Immunsystem. Damit schützt es uns zum Beispiel vor Erkältungen, vor alle was an Viren auf uns hereintrifft. Deshalb macht es uns quasi abwehrstärker gegen viele Belastungen des Alltags."

Der Körper wird so trainiert, mit dem Wechsel von Kälte und Wärme besser umzugehen. Deshalb gilt zwischen den verschiedenen Saunagängen: das Auskühlen nicht vergessen.

Auf Ruhephasen achten

Goldene Regel: immer so lange ausruhen, wie der Aufenthalt in der Sauna gedauert hat. Lesen oder schlafen, lassen den Körper zur Ruhe kommen. Nach der ersten Erholung darf es dann schon ein bisschen heißer sein. Kathrin Weigl-Schruff hat die Tipps: "Im Himalaya-Salzstollen sind es 65 Grad, circa 20 Prozent Luftfeuchtigkeit. Der Salzstollen ist gerade für Saunaanfänger gut geeignet wegen der niedrigen Temperatur. Und weil man hier auch schön liegen kann, es ist sehr ruhig. Wir führen hier das Klangritual durch. Und das ist eine gute entspannende Möglichkeit und eine sehr sanfte Möglichkeit."

Während der Ruhephasen sollte der Saunagast übrigens keinen Sport treiben. Das Schwitzen ist für den Körper bereits anstrengend genug. Wen es trotzdem nicht auf der Liege hält, dem bieten lauwarme Duschen oder erfrischende Bäder eine schonende Alternative. Außerdem ist ausreichend trinken unbedingt notwendig, um den Flüssigkeitshaushalt wieder auszugleichen. Am Ende eines Saunatages steht der klassische Aufguss. Hier steigen die Temperaturen bis zu 100 Grad an. Ein Erlebnis für jeden Saunaanfänger, weiß Kathrin Weigl-Schruff: "Der Saunagast kann hier diesen Aufguss als Höhepunkt seines Saunatages betrachten, speziell eben für Saunaanfänger sollte so ein Aufguss immer etwas Besonderes sein, weil es eben sehr heiß wird. Diese Temperatur kann man aber selber bestimmen, indem man sich auf die unteren Bänke legen kann. Da ist es immer ein bisschen milder von der Temperatur."

Mehr als drei Saunagänge pro Besuch sollten es für Anfänger nicht sein, da der Körper sonst überhitzt. Auch Alexia lässt ihren Wellnesstag ganz entspannt ausklingen. Damit die wohltuende Wirkung der Sauna noch lange anhält...

Quelle: ntv.de