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Steuerberater, Lohnsteuerverein oder Software Wer macht die beste Steuererklärung?

Jedes Jahr das gleiche Spiel. Die Steuererklärung steht an. Und dabei hat man eigentlich mehrere Möglichkeiten: Entweder kämpft man sich wie früher durch die Formulare des Finanzamtes, setzt sich an den Rechner und lässt sich von moderner Technik helfen. Dann bleiben da noch Lohnsteuerhilfeverein und der Steuerberater. Wer für wen die beste Unterstützung beim alljährlichen Steuerkram bietet, wir verraten es Ihnen.

Tun sie es oder tun sie es nicht? – Die Steuererklärung jedes Jahr selber anpacken und sich durch die Akten wühlen? Und wer hilft, wenn man Unterstützung braucht?

Lohnsteuerhilfevereine

Seit fast 50 Jahren gibt es sie im gesamten Bundesgebiet. Mitglied werden können Arbeitnehmer, Pensionäre und Rentner wie Nobert Zeise vom Lohnsteuerhilfe Bayern e.V. erläutert: "Der Lohnsteuerhilfeverein leistet umfangreiche Hilfe bei Einkommenssteuersachen, Kindergeldsachen, angefangen von Beratung Lohnsteuerklassen, bis hin zu steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten und der Ausarbeitung der Einkommensteuererklärung. Prüfen der Steuerbeschiede, Korrespondenz mit dem Finanzamt, Einsprüche bis hin zu klagen vor den Finanzgerichten ist alles in den Mitgliedsbeiträgen enthalten."

Diese Kosten variieren leicht von Verein zu Verein und richten sich nach dem Einkommen. So zahlt man beispielsweise bei der Lohnsteuerhilfe Bayern einmalig 15 Euro Aufnahmegebühr. Bei einem Einkommen von rund 30.000 Euro - zahlt man 117 Euro Jahresbeitrag, bei 60.000 - 164 Euro, bei 90.000 Euro - 235 Euro höchstens aber 357 Euro im Jahr.

Aber: Sobald gewerbliche Nebeneinkünfte in Höhe von 13.000 Euro bei Alleinstehenden und 26.000 Euro bei Verheirateten hinzukommen, darf der Lohnsteuerhilfeverein nicht mehr helfen. Dann muss er ran, der

 Steuerberater

Die Mandanten der Steuerberater sind also vor allem Unternehmen, Freiberufler und Selbstständige. Zu den Kunden der Kanzlei von Felix Gaydoff in Berlin zählen aber durchaus auch Angestellte, wie Steuerberater Felix Gaydoff ausführt: "Aus meiner Erfahrung ist es immer dann gut, wenn die steuerliche Situation ein bisschen komplexer ist. Zum Beispiel, ich habe hohe Werbungskosten oder vielleicht sogar eine doppelte Haushaltsführung. Dann kann es ja schnell passieren, dass das Finanzamt Kosten nicht anerkennen möchte und da hilft der Steuerberater dann weiter."

Aber, der Steuerberater ist viel teurer als der Lohnsteuerhilfeverein: Als Faustregel gilt: Je aufwendiger die Steuererklärung, umso teurer der Steuerberater. Grundlage ist die Steuerberatergebührenverordnung.

"Also wenn wir mal davon ausgehen, ein Durchschnittsgehalt 30.000 Euro und keine Besonderheiten, dann könnte man vielleicht hat zwischen 200 und 300 Euro sagen, für die Einkommensteuererklärung.", so Felix Gaydoff.

Software

Wer seine Steuererklärung lieber selber machen möchte, der hat mehrere Möglichkeiten. Mit der Elster Steuersoftware kann die Steuererklärung direkt am PC erstellt und elektronisch ans Finanzamt übermittelt werden. Alternativ gibt es im Handel auch Steuersoftware. Die kostet mal 6, mal 15, gern auch über 40 Euro.

Bei sogenannten Webdiensten macht man seine Steuererklärung direkt online, erst bei versenden der Steuererklärung ans Finanzamt, wird eine einmalige Gebühr fällig.

"Wenn jemand wirklich nur angestellt ist und vielleicht seine Kilometerpauschale zur Arbeitsstätte geltend machen will und sonst keine Besonderheiten hat, dann kann man das, wenn man sich ein bisschen dafür interessiert, und Lust hat, ja probieren.", findet Steuerberater Felix Gaydoff.

Fazit

Der Lohnsteuerhilfeverein berät Arbeitnehmer, Rentner und Pensionäre zu überschaubaren Preisen, der Steuerberater ist für die komplizierten Fälle, Selbstständige und Freiberufler, dafür aber auch teurer. Die Steuerklärung am eigenen PC ist wohl die preiswerteste Variante, aber zeitaufwendig. Und: Lohnsteuerhilfeverein und Steuerberater haften bei Fehlern, bei der Software ist man wirklich für sich selbst verantwortlich.

Quelle: n-tv.de