Baden-WürttembergSensorunternehmen Sick will zusätzlich 500 Stellen abbauen

Der Sensorspezialist Sick dreht an der Kostenschraube. Die Südbadener wollen profitabler werden. Dafür sollen in der Region 500 Stellen abgebaut werden.
Waldkirch (dpa/lsw) - Der südbadische Sensorspezialist Sick will rund 500 Stellen abbauen. Im Süden Baden-Württembergs seien die der Hauptsitz in Waldkirch sowie Reute, Freiburg und Donaueschingen betroffen. Der Vorstand hat der Belegschaft auf Mitarbeiterveranstaltungen am Dienstag und Mittwoch die Hintergründe erläutert, wie das Unternehmen auf Anfrage mitteilte. Zuvor hatte die "Badische Zeitung" berichtet.
Ende 2024 beschäftigte die Firma aus dem Landkreis Emmendingen rund 6.500 Menschen hierzulande, wie aus dem aktuellsten Geschäftsbericht hervorgeht. In der Zahl enthalten sind noch Hunderte Mitarbeiter von Geschäftsbereichen, die zwischenzeitlich verkauft wurden. Die Reduktion ist demnach zusätzlich zum bereits bekannten Abbau von etwa 100 Stellen an den Standorten Hamburg und Karlsruhe geplant.
Ziel: Kosten senken
Sick befinde sich "weiterhin in einem turbulenten Marktumfeld", hieß es. Trotz einer Umsatzsteigerung im vergangenen Jahr und eines wettbewerbsfähigen Produktportfolios "reicht die aktuelle Geschäftsentwicklung nicht aus, um die seit Jahren niedrige Profitabilität nachhaltig auf ein für das Unternehmen gesundes Niveau zu bringen". Deshalb arbeite man konsequent daran, die Kosten zu senken. Ziel sei es, den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern faire und sozialverträgliche Perspektiven zu bieten, wird Sick-Chef Mats Gökstorp in der Mitteilung zitiert.
Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 liegen noch nicht vor. Sie sollen Ende April veröffentlicht werden. 2024 hatte das Unternehmen gut 1,7 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag damals bei 55 Millionen Euro. Das entspricht einem Minus von 63,5 Prozent im Vergleich zum Jahr 2023.