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Baden-WürttembergDarum ist der Landtag so groß wie noch nie

09.03.2026, 07:55 Uhr
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Kritik an der Wahlrechtsreform in Baden-Württemberg gab es durchaus: Einige befürchteten einen XXL-Landtag mit 200 Abgeordneten. So kam es zwar nicht - für eine Rekordgröße reicht es aber doch.

Stuttgart (dpa/lsw) - Der neu gewählte Landtag von Baden-Württemberg ist so groß wie noch nie in der Geschichte des Bundeslandes: 157 Frauen und Männer sind als Abgeordnete gewählt, drei mehr als in der bisherigen Legislaturperiode. Ein Grund dafür ist das neue Wahlrecht, das erstmals auch im Land eine Zweitstimme vorsah. Durch Überhang- und Ausgleichsmandate wird die Regelgröße von 120 Abgeordneten erneut deutlich überschritten.

Warum ist der Landtag nun noch größer?

Gewinnt eine Partei mehr Direktmandate, als ihr nach dem Zweitstimmenanteil zustehen, entstehen Überhangmandate. Diese werden mit Ausgleichsmandaten für die anderen Parteien ausgeglichen, um das Kräfteverhältnis zu wahren – was noch mehr Abgeordnete ins Parlament bringt.

Die CDU gewann 56 der 70 Wahlkreise. Nach dem Zweistimmenergebnis hätten ihr bei einer Regelgröße von 120 Abgeordneten aber nur 42 Mandate zugestanden, berechnete das Statistische Landesamt - also hat sie 14 Überhangmandate. Zum Ausgleich bekommen die Grünen nun zusätzlich 13, die AfD acht und die SPD zwei Mandate.

Das Zwei-Stimmen-System ist neu in Baden-Württemberg. Bis 2021 konnte nur eine Stimme an der Wahlurne vergeben werden. Bereits bei der Landtagswahl 2021 wurden 13 Überhangmandate vergeben - alle an die Grünen - und 21 Ausgleichsmandate an die anderen Parteien.

Neues Wahlrecht umstritten

Kritiker hatten einen weiter aufgeblähten Landtag mit bis zu 200 Abgeordneten und zusätzlichen Millionenkosten befürchtet. Die nun nicht mehr im Landtag vertretene FDP startete sogar ein Volksbegehren gegen einen "XXL-Landtag", scheiterte damit aber. Ein zentrales Ziel der Wahlrechteform war ein höherer Frauenanteil im Landtag.

Quelle: dpa

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