Baden-WürttembergFrost kommt - Was heißt das für Balkon- und Gartenpflanzen?

Ein kurzer Kälteeinbruch auf dem Balkon: Warum viele Pflanzen jetzt noch entspannt bleiben dürfen und welche Tricks bei Frostnächten wirklich helfen.
Stuttgart (dpa/lsw) - Der angekündigte Temperatursturz dürfte den Balkon- und Gartenpflanzen nach Einschätzung von Experten nicht so sehr zusetzen. Zwar werden ungemütliche und auch kalte Nächte erwartet, in denen es auch frostig werden könnte. "Aber für die meisten einheimischen Balkonpflanzen ist es einfach noch nicht kalt genug", sagt der Botaniker Eberhard Klein, der auch das NABU-Bodenseezentrum leitet.
Zudem seien die Pflanzen in den kühleren Regionen nicht weit genug, um gravierende Auswirkungen des winterlichen Wetters zu spüren. "Wenn, dann wird das sehr punktuell sein und sortenabhängig", sagt Klein. "Blüten reagieren meist viel empfindlicher auf Frost als grüne Pflanzenteile".
Sicher ist sicher
Wer aber auf Nummer sicher gehen wolle, der kann dennoch das eine oder andere unternehmen, um seine Pflanzen zu schützen. Empfindliche Balkonpflanzen kann man laut der Internetseite Bio-Balkon bei drohendem Frost mit Zeitungen, Kartonage, Jutesäcken, Luftpolsterfolie oder Vlies schützen. Es kann auch helfen, Pflanzen windgeschützt in die Nähe der wärmenden Hauswand zu stellen.
Als kälteempfindlich gelten unter anderem mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Lorbeer, Stevia oder Ananassalbei. Heimische Kräuter wie Bärlauch, Petersilie, Oregano, Thymian, Pfefferminze, Schnittlauch, Bergbohnenkraut, Liebstöckel, Zitronenmelisse und Ysop vertragen Temperaturen von bis zu minus 15 Grad Celsius.
Umschwung mit Regen und Wind
Unklar ist noch, wie lange der Frühling Pause machen wird: Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wird es zumindest in den kommenden Tagen deutlich ungemütlicher in Baden-Württemberg. Die Meteorologen gehen von Schauern, Schneeregen, Wind und nächtlichem Frost aus.
Der Wechsel wird sich demnach schon am Mittwoch spürbar mit einer Kaltfront zeigen. Von Nordwesten sollen laut DWD dichtere Wolken aufziehen, dazu kommt verbreitet Regen. Die Wetterexperten erwarten zudem auffrischenden Wind, in höheren Lagen sind stürmische Böen auch im Flachland möglich. Im Hochschwarzwald ist sogar mit orkanartigen Böen zu rechnen.
Gleichzeitig gehen die Temperaturen zurück und erreichen nur noch etwa 8 bis 14 Grad. In den Nächten kann es nach DWD-Angaben wieder verbreitet frostig werden. Es kühlt auf bis zu minus drei Grad ab.
Auch am Donnerstag bleibt die Lage laut Vorhersage wechselhaft. Schneeregen und Graupelschauer seien dann auch bis in tiefere Lagen möglich, sagte ein DWD-Meteorologe. In höheren Lagen sei weiterhin mit Schnee zu rechnen.