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Baden-WürttembergHoffenheims Königsklassen-Traum: "Jetzt wartet unser Finale"

10.05.2026, 10:01 Uhr
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Die TSG Hoffenheim spielt bis zum Schluss um die Champions-League-Teilnahme. Was sich das Team von Trainer Christian Ilzer für das Spiel bei Gladbach vornimmt.

Sinsheim (dpa/lsw) - Christian Ilzer stand an der Seitenlinie im schicken Anzug - wie ihn Trainer in der Champions League gerne tragen. Ob er schon die dortige Kleiderordnung probe? "Meine Eltern haben erstmalig zugeschaut, dann dachte ich, das passt: zu Ehren ihres Besuchs", erklärte der Chefcoach der TSG 1899 Hoffenheim. Außerdem sei ja am Sonntag Muttertag, "und mein Vater hat diese Woche Geburtstag gehabt". Noch sind die Kraichgauer nicht in der Königsklasse, doch nach dem 1:0-Sieg gegen Werder Bremen lebt der Traum.

Saisonfinale in Gladbach

Der Tabellenfünfte geht punktgleich mit dem Landesrivalen VfB Stuttgart, der zum Bundesliga-Saisonfinale am kommenden Samstag bei Eintracht Frankfurt antreten muss, in die letzte Partie bei Borussia Mönchengladbach. Bayer Leverkusen lauert im Kampf um Platz vier noch dahinter. "Wir haben unser Halbfinale gewonnen, jetzt wartet in Gladbach unser Finale", sagte Ilzer, dessen Team die Qualifikation zur Europa League schon zuvor sicher hatte.

Dementsprechend ließen sich die Hoffenheimer nach dem letzten Heimspiel vor 28.128 Zuschauern im Stadion von Sinsheim feiern. "Wenn wir in Gladbach gewinnen und Stuttgart gewinnt in Frankfurt, dann hat es sich Stuttgart halt über die Tordifferenz minimal verdient", erklärte der 48 Jahre alte Österreicher. Fünf Tore liegt der VfB vor der TSG.

Trotz Überzahl fast von Anfang an nur ein Tor

Gegen Bremen war eigentlich alles angerichtet für einen sicheren Sieg: Bremens Yukinari Sugawara flog bereits in der 5. Minute nach einem Tritt in die Wade von Bazoumana Touré vom Platz. Der Flügelflitzer von der Elfenbeinküste erzielte dann das Siegtor (26.) für sein nun seit fünf Spielen ungeschlagenes Team. Die TSG stürmte und stürmte in Überzahl, zeigte sich jedoch anfällig für Konter und verhedderte sich immer wieder im gegnerischen Strafraum.

So mussten die Gastgeber bis zum Schluss zittern. "Am Ende zählen die drei Punkte, weil wir am letzten Spieltag noch alle Möglichkeiten haben", sagte der sichtlich erleichterte Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker. "Ich freue mich, das ist wunderschön, das nehmen wir an."

Punkterekord ist noch drin

Die Hoffenheimer können sogar noch einen Punkterekord in ihrer Bundesliga-Historie aufstellen: 2016/17 kam der Dorfclub unter dem heutigen Bundestrainer Julian Nagelsmann auf 62 Zähler und zog erstmals in die Champions League ein. Aktuell haben die Hoffenheimer 61 Zähler auf ihrem Konto.

Die Profis um Kapitän Oliver Baumann möchten sich am 34. Spieltag ganz auf sich konzentrieren. "Es hat noch nie geholfen, irgendwie auf andere Plätze zu schauen. Der volle Fokus muss auf uns liegen, auf unserer Aufgabe. Dann wird man sehen, ob das eine Krönung wird diese Saison, ob es überragend gut wird oder sehr gut wird", sagte der Nationaltorwart.

"Überragend und hoffentlich auch irgendwo beständig"

Und selbst wenn es nicht klappt: Vor einem Jahr kämpfte die TSG noch um den Klassenerhalt. "Außergewöhnlich", so Baumann, sei diese Saison gewesen. "Wie schnell wir zueinander gefunden haben, wie schnell wir sehr, sehr ordentlich Fußball gespielt haben. Am Ende musst du die ganze Saison sehen." Dass man überhaupt punktgleich mit den Stuttgartern sei, "die das seit drei, vier Jahren überragend machen", gleichauf mit Leverkusen und fast auch mit Leipzig - "das ist überragend und hoffentlich auch irgendwo beständig".

Quelle: dpa

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