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Baden-WürttembergNeuer Verdacht im Lahrer Cold Case? Ermittler haben Hoffnung

07.05.2026, 13:29 Uhr
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(Foto: Peter Kneffel/dpa)

In den Lahrer Cold Case kommt Bewegung. Mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem Mord an einem Arzt sprechen die Ermittler von einem Verdacht und gehen an die Öffentlichkeit.

Lahr (dpa/lsw) - Mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem ungeklärten Mord an einem Arzt aus einem Krankenhaus in Lahr (Ortenaukreis) gibt es nach Angaben von Ermittlern einen Verdacht. Außerdem könne der Ablauf des Verbrechens inzwischen besser nachgezeichnet werden, teilte die Kriminalpolizei Offenburg mit.

In der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" sagte Kriminaldirektor Steffen Siefert, zuletzt seien die männlichen Mitarbeiter der Klinik ins Visier genommen worden. "Daraus hat sich auch ein Verdacht ergeben", sagte er. "Es stehen bestimmte Personen aus dem beruflichen Umfeld des Opfers im Fokus." Um die Ermittlungen nicht zu beeinträchtigen, könne er aber keine Details nennen.

Mord bleibt bislang ein Rätsel

Der 39 Jahre alte Narkosearzt war am 21. Januar 2000 tot in einem Gebüsch aufgefunden worden – er war erwürgt worden. Er hatte kurz zuvor das Lahrer Herzzentrum verlassen und wollte wohl zum Bahnhof. Doch dort kam er nie an.

Der Mord blieb ein Rätsel, der Fall wurde schließlich zum "Cold Case", zum "kalten Fall". Am Mittwochabend war er als einer von zwei ungelösten Fällen aus Baden-Württemberg in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" vorgestellt worden.

Polizei: "Täter und Opfer kannten sich"

Vor wenigen Tagen hatte die Kriminalpolizei mitgeteilt, es lägen inzwischen neue Hinweise vor. "Es konnten DNA-Spuren extrahiert werden, die möglicherweise vom Täter oder von dessen Umfeld stammen", sagte Siefert.

Nach seinen Angaben haben sich zudem im vergangenen Jahr mehrere Zeugen gemeldet und Hinweise zu dem Fall gegeben. Darunter sei auch "eine interessante Wahrnehmung" am mutmaßlichen Tatort, dem Lahrer Bahnhof, gewesen. "So konnten wir uns ein Bild vom Tatgeschehen machen und das Ermittlungsverfahren jetzt noch mal neu aufrollen." So seien sich die Ermittler inzwischen sicher, dass Täter und Opfer sich bereits an der Herzklinik begegnet sind. "Die Zeitläufte lassen gar keine andere Interpretation zu", sagte Siefert.

Außerdem gehe die Polizei nicht von einer von langer Hand geplanten Tat aus. "Es handelte sich eher um einen Streit, der eskalierte", sagte Siebert in der ZDF-Sendung. Laut Polizei wurde eine Belohnung von 3.000 Euro ausgesetzt.

Quelle: dpa

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