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Baden-WürttembergUnantastbar: FCH spielte keine Bundesliga-Minute ohne Mainka

09.04.2026, 13:16 Uhr
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Schlaf, Sauna, Eistonne: Patrick Mainka hat noch keine Bundesliga-Sekunde des 1. FC Heidenheim verpasst. Wie schafft es der Kapitän, immer fit zu sein?

Heidenheim (dpa/lsw) - Wenn am Samstagnachmittag die Aufstellung des 1. FC Heidenheim vorgelesen wird, fällt ein Name wie immer. Patrick Mainka. Dass der Kapitän spielt, ist so selbstverständlich, dass es gar nicht mehr als etwas Besonderes auffällt. Doch seine Statistik ist außergewöhnlich. Denn der 31-Jährige hat in den drei Bundesliga-Jahren des Ostalb-Clubs noch keine Sekunde verpasst.

Wenn alles normal läuft, wird der Heimauftritt gegen den 1. FC Union (15.30 Uhr/Sky) sein 97. Erstliga-Spiel nacheinander. "Mir gefällt es einfach, in der Bundesliga zu spielen", sagte Mainka. "Mir gefällt es, jede Minute auf dem Platz zu stehen, weil ich so viel dafür gearbeitet und in meiner Jugend so manches geopfert habe."

Gemeinsam mit Danilho Doekhi vom kommenden Berliner Gegner und dem Freiburger Maximilian Eggestein ist Mainka der einzige Feldspieler, der in dieser Erstliga-Saison alle Minuten bestritt. Mainka und Doekhi waren auch in der Saison 2024/25 die Ausnahme-Konstanten. In der Spielzeit zuvor war Mainka der Einzige neben einem Torhüter-Quartett, der immer spielte.

Auch auf dem Sofa denkt Mainka an die Regeneration

Mainka war nie verletzt, er war nie krank. Er fehlte trotz seiner Innenverteidiger-Rolle nie wegen einer Gelbsperre, und er wurde von Trainer Frank Schmidt auch nie vorzeitig vom Platz geholt. Was hinter seinem Erfolg steckt? Disziplin.

"Schlaf und Ernährung spielen schon eine große Rolle", erklärte Mainka. "Vor allem Schlaf ist schon sehr wichtig, dass die Zeiten relativ regelmäßig sind. Ich will jetzt nicht sagen, dass ich alles durchtakte, aber natürlich achte ich darauf".

Sauna, Eistonne, Physiobehandlungen zählen natürlich zum Programm. Auch auf der Couch greift er oft zu Regenerationsmaßnahmen - sei es mit der Kühlhose oder mit der Massagepistole.

Muskulär habe er nie große Probleme gehabt. "So ein richtiges Geheimrezept gibt es nicht", sagte der Profi. "Mit der Zeit entwickelt man seine Erfahrungen, was einem guttut. Manchmal ist man als junger Spieler noch ein bisschen übermotiviert, hat vielleicht ein bisschen zu viel im Kraftraum gemacht."

Schmidt war von Mainka nicht vom ersten Tag an angetan

Die bisher letzte Partie, die Mainka nicht zu Ende spielte, datiert aus der Aufstiegssaison. Anfang Februar 2023 wurde er beim 2:0 in Braunschweig in der 83. Minute ausgewechselt. Im Aufstiegsjahr biss er mit Knieproblemen so lange auf die Zähne, dass er die Operation in die Sommerpause legen konnte und zum ersten Spieltag wieder fit war. Dass er ein Spiel komplett verpasste, ist vier Jahre her. Damals hatte er sich das Coronavirus eingefangen.

Das Vertrauen von Schmidt hat sich Mainka lange erarbeitet. Im Sommer 2018 hatte der FCH den Abwehrspieler von Borussia Dortmund II aus der Regionalliga in die 2. Liga geholt. "Mir gefällt einfach die Geschichte", sagte Schmidt. "Nach der ersten Woche habe ich gedacht: ‚Das könnte ein bisschen schwierig werden, da müssen wir noch viel arbeiten.‘ Aber er hat es angenommen und hat sich unfassbar entwickelt."

So stieg Mainka zu dem Anführer auf, den Mitspieler Niklas Dorsch als "Sprachrohr" für die Mannschaft bezeichnet und als "absolutes Vorbild", das das Team nach vorn peitscht. Doch für den Klassenerhalt braucht der Tabellenletzte mehr als ein Wunder. Eine vierte Bundesliga-Saison ohne verpasste Minute nacheinander ist für Mainka kaum realistisch. Zumindest nicht mit dem wahrscheinlichen Absteiger 1. FC Heidenheim.

Quelle: dpa

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