Baden-WürttembergUrteil zu Leiche im Krötentunnel: Reichen die Indizien aus?

Im Mordprozess um eine tote Frau in einem Krötentunnel stehen Handy-Geodaten im Mittelpunkt. Vor dem Urteil zweifelt die Verteidigung: Beweisen die Daten tatsächlich die Schuld des Angeklagten?
Stuttgart/Sindelfingen (dpa/lsw) - Mehr als ein Jahr nach dem Fund einer Frauenleiche in einem Krötentunnel bei Sindelfingen steht der Mordprozess gegen einen früheren Bekannten der Frau kurz vor dem Ende. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass der 46-jährige Ukrainer seine 38 Jahre alte Bekannte im Sindelfinger Wald tötete und danach ihre Leiche versteckte. Die Anklage fordert eine lebenslange Haft, die Verteidigung dagegen einen Freispruch. Laut Anklage soll der Mann die Frau im Februar 2025 vom E-Scooter gezerrt und umgebracht haben, nachdem er ihr aufgelauert hatte.
Monatelang blieb der Fall ungeklärt, bis Waldarbeiter die Leiche entdeckten. Wenige Wochen später wurde der Verdächtige aus dem Kreis Konstanz gefasst. Aus Sicht der Ermittler sprechen vor allem Handy-Geodaten gegen den Mann.
Danach war er am Tattag am Tatort, während er krankgemeldet war und kein Alibi hat. Der Verteidiger verweist hingegen auf fehlende DNA- oder Fingerabdruckspuren. Der Angeklagte selbst beteuerte im letzten Wort seine Unschuld.