Baden-WürttembergWarum diese FDP-Spitzenfrau auf offener Bühne weinen musste

Der FDP-Parteitag beginnt mit Tränen: Was hinter dem Gefühlsausbruch der Generalsekretärin steckt.
Stuttgart (dpa/lsw) - Es ist ein fester Moment bei jedem Parteitag der FDP zum Jahresauftakt: Die Generalsekretärin Judith Skudelny gedenkt der verstorbenen Mitglieder des Landesverbands. Hunderte Delegierte erheben sich dann im Saal, senken schweigend die Köpfe, während Name für Name verlesen wird. Doch so schwer wie in diesem Jahr dürfte Skudelny dieser Moment noch nie gefallen sein.
Denn auf der Liste steht dieses Jahr auch der Name Gisbert Skudelny – ihr eigener Vater. Der Liberale, der der Partei mehr als sechs Jahrzehnte angehörte, ist vor rund einem Jahr gestorben.
Als die 50-Jährige seinen Namen ausspricht, versagt ihr die Stimme. Skudelny bricht in Tränen aus, hält inne, der Saal bleibt still. Erst nach einem Moment kann sie fortfahren. Am Ende der Totenehrung sagt sie, das erinnere daran, dass man mehr sei als Parteisoldat: "Wir sind alle Menschen."
Skudelny ist Rechtsanwältin und saß viele Jahre für die FDP im Bundestag. Ihr Vater engagierte sich im Kreisverband Esslingen, wie sie später auf Nachfrage der dpa erzählt. Er habe ihr die politischen Werte vermittelt, die sie bis heute trage – und sei letztlich der Grund gewesen, warum sie selbst in die Partei eingetreten sei.