BayernPoller-Rücken im Minutentakt: Harter Job am Weihnachtsmarkt

Manche halten es für Fake-News, andere für eine Posse: In Augsburg wird der Christkindlesmarkt mit Pollern geschützt, die dauern vor der Tram weggeräumt werden müssen. Was die Arbeiter darüber denken.
Augsburg (dpa/lby) - Ihr Job ist gerade in aller Munde, manche belächeln ihn, manche halten ihn für eine Zumutung: Verschnaufpausen gibt es für die Mitarbeiter, die zum Schutz des Augsburger Christkindlesmarkts derzeit im Minutentakt schwere Poller zur Seite hieven müssen, tatsächlich kaum. "Wenn man mal eine Pause braucht, auf Toilette muss oder was trinken, muss man sich gut mit den Kollegen absprechen, um den Verkehr nicht zu verzögern", schilderte Jean Pierre Göring in der "Augsburger Allgemeinen".
Er wird gemeinsam mit seinem Cousin die gesamte Adventszeit im Einsatz sein. Mitleid müsse man mit ihnen aber nicht haben, betonte Göring gegenüber der Zeitung. "So schwer ist das nicht, und wenn man es ein paar Mal gemacht hat, stellt sich auch Routine ein." Auch der Verdienst sei gut.
Die Nachricht, dass der Augsburger Weihnachtsmarkt zum Schutz vor Anschlägen mit Autos durch mobile Poller geschützt wird, die für die vorbeifahrende Tram jeweils mit einem Hubwagen zur Seite geräumt werden müssen, sorgt derzeit bundesweit für Aufmerksamkeit. Denn zu den Hauptverkehrszeiten wiederholt sich diese Aktion im Minutentakt.
Chef der Sicherheitsfirma: "Ganz normale Arbeit"
Der Chef der damit betrauten Sicherheitsfirma, Matthias Hemmerle, bezeichnet den Job gegenüber der "Augsburger Allgemeinen" als "ganz normale Arbeit". Der Kraftaufwand sei ungefähr so hoch, wie mit einem Hubwagen eine Palette zu bewegen. Andere Tätigkeiten, die seine Mitarbeiter sonst machen müssten, seien mit dieser definitiv vergleichbar. "Wir stehen hinter dem Sicherheitskonzept der Stadt", sagte Hemmerle.
Ordnungsreferent Frank Pintsch (CSU) hatte zuvor betont, dass der besondere Aufwand bewusst in Kauf genommen werde. Es sei für die Stadt der beste Weg, einen einerseits sicheren und schönen, nicht mit Betonsperren zugebauten Christkindlesmarkt zu ermöglichen und gleichzeitig keine Einschränkungen bei den zwei zentralen Straßenbahn-Linien zu haben.
Versenkbare Poller seien aus technischen wie finanziellen Gründen keine Alternative, erläuterte Pintsch. Die Kosten für das jetzige Vorgehen beliefen sich auf einen mittleren fünfstelligen Betrag.