BayernSeit 1887 in Familienhand: Oberfränkische Brauerei insolvent

Der Konsum geht zurück, die Kosten steigen - die Braubranche steht unter Druck. Besonders deutlich bekommt das aktuell eine oberfränkische Traditionsbrauerei zu spüren.
Altenkunstadt (dpa/lby) - Die Brauerei Leikeim im oberfränkischen Altenkunstadt (Landkreis Lichtenfels) hat einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Das Unternehmen sei "infolge der deutlichen negativen Absatz- und Umsatzentwicklung der vergangenen Jahre" in einen Liquiditätsengpass geraten, teilte Geschäftsführer Andreas Leikeim mit.
Die Herausforderungen im deutschen Biermarkt seien seit Jahren herausfordernd, hieß es weiter. Der Bierkonsum gehe zurück, die Kosten seien gestiegen, und die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie belasteten die Situation zusätzlich.
Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung ist eine besondere Variante des Insolvenzrechts, die auf die Sanierung eines Unternehmens abzielt, anstatt auf dessen Abwicklung. Bei diesem Verfahren bleibt die Geschäftsleitung im Amt und saniert die Firma an der Seite eines sogenannten Sachwalters.
100 Mitarbeiter betroffen
In den vergangenen Jahren habe man mehrere Versuche unternommen, um die Entwicklung zu stoppen. Unter anderem habe man das Exportgeschäft ausgebaut, in alkoholfreie Produkte investiert und Kosten eingespart. Das alles habe jedoch nicht ausgereicht, um die Belastungen dauerhaft auszugleichen, teilte das Unternehmen weiter mit.
Das Brauhaus Altenkunstadt Andreas Leikeim GmbH & Co. KG werde seit 1887 als unabhängige Familienbrauerei vom Stammsitz in Altenkunstadt aus geführt. Derzeit seien rund 100 Menschen dort beschäftigt. Der Betrieb und die Produktion gingen weiter. Derzeit würden im Zuge des Eigenverwaltungsverfahrens verschiedene Sanierungsoptionen geprüft.
Der Bierkonsum geht in Deutschland schon seit Jahren zurück. Zugleich steigen die Rohstoffpreise. Das setzt viele Brauereien unter Druck.