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BayernStaatsanwaltschaft fordert Haft für JVA-Mitarbeiter

27.03.2026, 13:42 Uhr
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(Foto: Britta Schultejans/dpa)

Fesselten und traten JVA-Mitarbeiter eine nackte Frau? Mit diesen Vorwürfen befasst sich das Amtsgericht München. Jetzt geht der Prozess gegen sie zu Ende.

München (dpa/lby) - Im Prozess gegen zwei Justizvollzugsbeamte wegen Misshandlung einer Gefangenen fordert die Staatsanwältin Gefängnisstrafen für die beiden Angeklagten. Sie sah es als erwiesen an, dass sie sich der Körperverletzung im Amt schuldig gemacht haben und forderte zweieinhalb Jahre Haft für den einen Angeklagten und zwei Jahre und drei Monate für den zweiten.

Laut Staatsanwaltschaft sollen die beiden Männer in der Frauenabteilung der JVA München-Stadelheim die Frau an Händen und Füßen gefesselt und auf sie eingetreten haben, als sie nackt am Boden lag. Die Angeklagte soll ruhig im Schneidersitz in einem besonders gesicherten Haftraum (bgH) gesessen haben, als die Männer als Teil einer Sicherungsgruppe den Raum betraten, um sie in ein anderes Gefängnis zu verlegen.

Einer der beiden Männer soll der Frau mit seinem Stiefel in den Intimbereich und in den Bauch getreten haben. Außerdem soll ihr laut Ermittlern das Knie in die Rippen gerammt worden sein.

Dass die Geschädigte die Beschuldigten am Vortag mit Fäkalien und Urin beworfen haben soll, rechtfertige das Verhalten nicht, sagte die Staatsanwältin.

Die Verteidigung beurteilt den Fall anders. Der Anwalt des einen Angeklagten forderte Freispruch für seinen Mandanten. Er sehe "Widersprüche" in den Zeugenaussagen der Betroffenen und von Kolleginnen der beiden Männer. Die Angeklagten hätten "in rechtmäßiger Anwendung unmittelbaren Zwangs" gehandelt, sagte der Verteidiger. Das Urteil wird noch heute erwartet.

Quelle: dpa

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