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Bayern Studie: Viele Bayern lassen das Mittagessen ausfallen

Eine bayerische Brotzeit ist auf einer Bierbank im Biergarten am Chinesischen Turm zu sehen. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

(Foto: Sebastian Gollnow/dpa)

München (dpa/lby) - Semmeln statt Schweinshaxe: Vegetarisches wird in Bayern in größerer Menge gegessen als Fleischgerichte. Und das Mittagessen lassen viele Menschen ausfallen. Das geht aus einer am Freitag vorgestellten Studie des Marktforschungsinstituts GfK hervor. Im Auftrag des Bayerischen Ernährungsministeriums wurden von September 2019 bis Oktober 2020 im Freistaat 8000 Menschen befragt.

Nudel-, Reis-, Kartoffel- und Gemüsegerichte machen mit 153 Gramm pro Person und Tag im Schnitt die größte Menge aus. Dahinter folgen mit 140 Gramm Semmeln, Brot und Brezen. Erst auf Platz drei landen mit durchschnittlich 114 Gramm Fleischgerichte.

78 Prozent aller Befragten gaben an, täglich zu frühstücken. Regelmäßig zum Mittagessen kommen dagegen nur rund 60 Prozent. Beim Frühstück stehen belegte Semmeln bei 60 Prozent der Befragten am höchsten im Kurs, viele greifen auch zur Brezn. Am Ende des Tages schwören viele auf das wortwörtliche Abendbrot: Bei 31 Prozent der Befragten stehen Brot oder Semmeln auf dem Speiseplan, erst dahinter folgen Fleisch- (23 Prozent) sowie Nudel-, Kartoffel- und Gemüsegerichte (21 Prozent).

Die meisten Bayern essen und trinken demnach am liebsten zu Hause: Rund 83 Prozent aller Speisen und 79 Prozent aller Getränke werden daheim konsumiert.

Auch Traditionen werden deutlich: Nach christlichem Brauch wird an Freitagen auf Fleisch verzichtet - zugunsten von Fisch. Tatsächlich macht Fisch freitags 3,2 Prozent der Verzehrmenge in Bayern aus, an anderen Wochentagen sind es nur 1,9 bis 2,5 Prozent. Auch der Sonntagsbraten ist offenbar noch beliebt: Der Anteil von Fleischgerichten an der täglich verspeisten Menge erreicht mit 13,9 Prozent am Sonntag den höchsten Wert.

Bei den Ernährungsvorlieben gibt es leichte Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Wurstwaren werden demnach zu 58 Prozent, von Männern gegessen, Fleischgerichte zu 54 Prozent. Bei Frauen finden dagegen Kuchen und Torten (55 Prozent), Süßspeisen (55 Prozent), Müsli (56 Prozent), Gemüse (59 Prozent) sowie Obst und Früchte (59 Prozent) besseren Anklang. Beim Bier sind rund 80 Prozent der Konsumenten männlich. Kaffee steht dagegen bei Männern und Frauen gleich hoch im Kurs.

"Nur wenn wir wissen, was die Bayern essen wollen, können wir Landwirte und Ernährungshandwerk gut beraten. Wenn das produziert wird, was die Leute nachfragen, profitieren letztendlich alle", sagte Ernährungsministerin Michaela Kaniber CSU) am Freitag zum Ziel der Studie. Man wolle erreichen, dass regionale Produkte konsumiert werden. "Damit ernähren Sie sich nicht nur gut und gesund, sondern unterstützen auch unsere Bäuerinnen und Bauern und nehmen mit kurzen Transportwegen Rücksicht auf unser Klima", so die Ministerin.

© dpa-infocom, dpa:210820-99-912500/2

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