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Berlin & BrandenburgAnkern auf dem Rummelsburger See: Anwesenheit bleibt Pflicht

06.03.2026, 15:20 Uhr
Ein-Floss-mit-einem-zusammengezimmerten-Holzhaus-schwimmt-auf-dem-Rummelsburger-See

Wer auf dem Rummelsburger See ankert, muss an Bord bleiben – sonst droht Ärger. Warum ein Gericht das für gerechtfertigt hält.

Berlin (dpa/bb) - Auf dem Rummelsburger See in Berlin gilt weiterhin eine Anwesenheitspflicht beim Ankern außerhalb gekennzeichneter Liegestellen und genehmigter Liegeplätze. Das hat das Verwaltungsgericht Berlin im Eilverfahren entschieden. Damit blieb der Antrag eines Bootsführers erfolglos, wie eine Gerichtssprecherin sagte.

Der Mann besitzt nach Gerichtsangaben zwei Sportboote und wohnt zeitweise auf einem davon. Er hält die Regelung für unverhältnismäßig, wie es hieß. Das Gericht teilte diese Auffassung nicht - zumal die Verordnung zunächst nur für drei Jahre gilt und dann die Situation bewertet werden soll.

Durch die Anwesenheitspflicht werde das Risiko verringert, dass Boote abtreiben oder es zu einer Havarie kommt. Gefahrenlagen könnten frühzeitig erkannt und darauf reagiert werden, so die Richter. Gegen den Beschluss kann Beschwerde zum Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eingelegt werden.

Herrenlose Boote und Behinderungen

Der Rummelsburger See ist Teil der Bundeswasserstraße "Spree-Oder-Wasserstraße". Seit dem 1. Juni 2024 gilt dort eine Bundesverordnung, die das Ankern auf einem 35 Kilometer langen Abschnitt der Spree und das Anlegen außerhalb genehmigter Liegeplätze weitgehend verbietet. In einigen Teilen, wie dem Rummelsburger See, an der Insel der Jugend oder in der Müggelspree, ist es noch erlaubt, es gilt jedoch eine Anwesenheitspflicht an Bord.

Die Behörden begründeten dies unter anderem damit, dass in der Vergangenheit herrenlose, auf dem See herumtreibende Fahrzeuge den Schiffsverkehr behinderten. Zum Teil traten Betriebsstoffe aus, die ökologische Schäden verursachten. Zudem kam es mehrfach zu Bränden, im November 2025 wurden bei einem Feuer auf einem Hausboot zwei Menschen verletzt.

Quelle: dpa

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