Berlin & BrandenburgBelastetes Trinkwasser: Zehdenick richtet Ausgabestellen ein

Trinkwasser ist in Teilen Zehdenicks tabu: Wegen erhöhter Bromat-Werte können sich Bürger Wasser aus Containern abzapfen. Wie lange der Ausnahmezustand andauert, war unklar.
Zehdenick/Buckow (dpa/bb) - Nach dem Fund eines bedenklichen Stoffes im Trinkwasser richtet die Stadt Zehdenick im Landkreis Oberhavel Ausgabestellen für Wasser ein. Haushalte können aus großen Containern mitgebrachte Behälter füllen, wie eine Sprecherin der Stadt sagte.
Zudem deckten sich viele Menschen mit Wasser aus dem Supermarkt ein. Die Regale seien leer, wie es hieß. Die Stadt nahm inzwischen weitere Wasserproben und sucht nach der Ursache für den Eintrag. Im Trinkwasser wurde eine erhöhte Konzentration von Bromat festgestellt. Der Stoff gilt laut Gesundheitsbehörden als möglicherweise krebserregend.
Warnmeldung des Landkreises
Der Landkreis schickte am Mittwoch eine Warnmeldung heraus. Danach ist das Trinkwasser nicht mehr zum Verzehr geeignet. "Da wir bei der Nutzung des Wassers Sorge um Ihre Gesundheit haben, möchten wir Sie über die Grenzwertüberschreitung informieren", hieß es.
Das Wasser darf ausschließlich fürs Duschen und Baden sowie zur Reinigung verwendet werden, so der Landkreis. "Eine Nutzung zum Trinken, zur Zubereitung von Speisen und Getränken, zum Kochen sowie zum Waschen oder Abspülen von Lebensmitteln ist bis auf Weiteres nicht zulässig." Bei Säuglingen und Kleinkindern sei besonders darauf zu achten, dass beim Duschen oder Baden kein Trinkwasser verschluckt werde. Laut Stadt sind nicht alle Ortsteile betroffen.
Wasser-Ausgabestellen zunächst bis Montag geplant
Geplant sei, acht Wasser-Ausgabestellen einzurichten, sagte die Sprecherin. Bis zum Montag solle dort die kostenlose Bereitstellung von Wasser sichergestellt werden. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk sind im Einsatz. Wie lange es dauert, die Ursache für den erhöhten Bromat-Wert zu finden und Entwarnung zu geben, blieb unklar.
Bürger in Buckow müssen Wasser abkochen
Auch in Buckow im Kreis Märkisch-Oderland gibt es Einschränkungen, weil Trinkwasser verunreinigt ist. Anwohner müssen es wegen coliformer Bakterien noch weitere Tage abkochen. Ergebnisse von Wasserproben sollen am Montag vorliegen, wie eine Sprecherin des Kreises mitteilte. Im Labor müssen die entsprechenden Bakterienkulturen erst anwachsen und das braucht Zeit, wie es hieß. Bis dahin gelte das Abkochgebot weiter.
Es wird empfohlen, Trinkwasser vor dem Verzehr sowie zur Zubereitung von Speisen mindestens drei Minuten sprudelnd abzukochen oder in Flaschen abgefülltes Wasser zu verwenden. Besonders gefährdet seien Säuglinge, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem. Sie sollten die Maßnahmen besonders konsequent einhalten.