Berlin & BrandenburgBSW distanziert sich von gemeinsamer Bildungspolitik mit SPD

Brandenburgs Bildungsminister Hoffmann begründet eine drohende Verschärfung des Lehrermangels auch mit Kürzungen in der SPD/BSW-Regierungszeit. Das BSW verweist alleine auf die SPD.
Potsdam (dpa/bb) - Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) hat in Brandenburg mit der Bildungspolitik des früheren Koalitionspartners SPD abgerechnet. "Sowohl die Stellenkürzungen als auch die Mehrstunde beim Unterricht wurden vom ehemaligen SPD-Minister Freiberg und dem ehemaligen Finanzminister Crumbach, jetzt SPD, auf den Tisch gelegt und durchgesetzt", teilte BSW-Landeschefin Friederike Benda mit. "Dass das BSW die SPD-Bildungspolitik im Land Brandenburg mitgetragen hat, war ein Fehler."
Der neue Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) hatte am Donnerstag eine Verschärfung der Situation an den Schulen mit Rekord-Lehrermangel angekündigt. Nach Ansicht von Hoffmann haben Kürzungen in der Regierungszeit von SPD und BSW die Lage verschlimmert. "Durch die Stellenkürzungen konnten im letzten Schuljahr sehr viele Seiteneinsteiger nicht eingestellt werden."
BSW-Landeschefin hält Argument für "lächerlich"
Die Zahl der Lehrerstellen war im Haushalt 2025 um 345 Vollzeitstellen gesunken. Die meisten Lehrerinnen und Lehrer unterrichten seit dem zweiten Schulhalbjahr zudem eine Stunde pro Woche mehr. Der frühere Finanzminister Robert Crumbach gehörte damals dem BSW an, er war Vorgänger von Benda als Landeschef.
Die BSW-Landeschefin hält die Argumentation des neuen Bildungsministers nach ihren Worten für lächerlich. "Die Misere in der Brandenburger Bildungspolitik ist nicht das Ergebnis von zwölf Monaten Regieren", sagte sie. "In Brandenburg werden bereits seit 30 Jahren in der Bildungspolitik falsche Entscheidungen getroffen – von CDU und SPD." Hoffmann übernahm das Bildungsressort von der SPD, die es mehr als 30 Jahre besetzt hat.