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Berlin & BrandenburgCorona-Impfung: Experten raten zu besserer Steuerung

26.06.2026, 13:23 Uhr
Mehrere-Fachleute-haben-sich-vor-der-Enquete-Kommission-des-Brandenburger-Landtags-zu-Erfahrungen-aus-den-Corona-Impfungen-geaeussert

Mehrere Gremien in Deutschland befassen sich mit der Aufarbeitung der Corona-Pandemie und ihrer Regeln, die bis heute umstritten sind. Im Brandenburger Landtag geht es diesmal um das Impfen.

Potsdam (dpa/bb) - Mehrere Fachleute raten als Konsequenz aus dem Regelungswirrwarr bei Corona-Impfungen zu einer besseren Steuerung und Kommunikation in künftigen Krisenfällen. "Hier sollte überlegt werden, Regelungen für bundeslandübergreifende Maßnahmen zu setzen im Pandemiefall", sagte der Erlanger Virologe Klaus Überla, früherer Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (Stiko), vor der Enquete-Kommission des Brandenburger Landtags zu Corona. Er halte unterschiedliche Regelungen in verschiedenen Bundesländern für einen Pandemiefall für "nicht geeignet".

Die Pandemie mit vielen Vorgaben zu Masken, Impfungen, Tests und Schließungen begann in Deutschland 2020, letzte bundesweite Auflagen endeten an Ostern 2023. Die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie und ihre Folgen sind bis heute umstritten. Im Dezember 2021 startete offiziell die größte bundesweite Impfkampagne, zunächst für besonders gefährdete Menschen in Pflege- und Seniorenheimen. Es gab keine allgemeine Impfpflicht, wohl aber eine für bestimmte Berufsgruppen.

Ex-Stiko-Chef verteidigt Corona-Impfungen

Der frühere Stiko-Vorsitzende verteidigte die Impfstrategie gegen Kritik. Die Impfung habe "das Risiko für schwere Erkrankungen deutlich reduziert", sagte Überla. Die Impfung senke auch das Übertragungsrisiko für die sogenannte Omikron-Variante des Corona-Virus. Überla war von 2017 bis 2024 Mitglied der Stiko, zuletzt als ihr Vorsitzender.

Influenza-Experte: Nicht nur auf gesundheitliche Folgen schauen

Der frühere Leiter des Globalen Influenza-Programms der Weltgesundheitsorganisation WHO, Klaus Stöhr, warnte davor, nur gesundheitliche Auswirkungen bei der weltweiten Ausbreitung einer Krankheit in den Blick zu nehmen. "Das ist falsch", sagte er. Stöhr ging auch auf die Impfung von Kindern ein. "Man wusste ja dann relativ schnell, dass die Kinder eigentlich auch keinen Impfstoff benötigen." Die Stiko empfahl ab 2021 die Impfung mit mRNA-Impfstoff für alle Kinder und Jugendlichen ab 12 Jahren. Für gesunde Kinder und Jugendliche unter 18 empfiehlt sie keine Impfung mehr.

DRK-Landeschef für zentrale Steuerung

Der Vorstandschef des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Brandenburg, Christian Hörl, sieht Defizite bei Zuständigkeit und Kommunikation während der Impfkampagne der Corona-Krise. Nötig sei für künftige Pandemien ein klares Krisenkonzept, eindeutige Zuständigkeiten, eine geregelte Kommunikation und eine zentrale Steuerung, sagte er.

Der Brandenburger Städte- und Gemeindebund dringt ebenfalls auf Änderungen. "Das ist eben eine der Lehren aus dieser Pandemie, dass man in Brandenburg das mitdenken muss: Wie kommt der Impfstoff schnell zu den Menschen?", sagte Geschäftsführer Jens Graf. Er kritisierte auch: "Manche Menschen mussten monatelang auf ihren Termin warten."

Quelle: dpa

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