Berlin & BrandenburgEinsatz in illegalem Drogenlabor in Ludwigsfelde dauert an

Nach einer Großrazzia in Berlin und Brandenburg analysieren Experten die Chemikalien aus einem entdeckten Drogenlabor. Vor Ort hoffen die Einsatzkräfte auf ein baldiges Ende.
Ludwigsfelde/Berlin (dpa/bb) - Polizei und Zollfahnder setzen ihren Einsatz in einem illegalen Drogenlabor zur Herstellung synthetischer Rauschgifte nahe Berlin fort. Im Vordergrund steht dabei nun die Räumung und Entsorgung von Restchemikalien durch Fachunternehmen, wie der Sprecher des Zollfahndungsamtes, Christian Lanninger, sagte. Man hoffe, den Einsatz im Tagesverlauf beenden zu können.
Nach ersten Erkenntnissen wurde in dem illegalen Labor dort vor allem die Droge Crystal Meth hergestellt, wie die Staatsanwaltschaft Berlin und das Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg mitteilten. Crystal Meth ist ein Aufputschmittel der chemischen Kategorie Methamphetamin mit einer sehr starken Wirkung und einem hohen Suchtfaktor.
Razzia auch in Berlin
Am Mittwoch hatten Polizei und Zollfahndungsamt im Auftrag der Staatsanwaltschaft nicht nur das Drogenlabor im Industriepark Ost in Ludwigsfelde in den Fokus genommen, sondern im Zuge einer größeren Razzia auch 14 weitere Räume und Wohnungen der mutmaßlichen Drogenhändlerbande in Berlin und Brandenburg durchsucht.
Sieben mutmaßliche Täter wurden festgenommen, sechs in Berlin, ein weiterer in Heidelberg. Ein Verdächtiger wurde wieder entlassen, sechs sollen Haftrichtern vorgeführt werden. Rund 200 Polizisten und Fahnder waren am Mittwoch am Einsatz beteiligt, am Donnerstag waren noch 40 bis 50 Einsatzkräfte vor Ort.
Die Entdeckung dieses Drogenlabors erinnert an die noch viel größere illegale Produktionsstätte für synthetische Drogen nordwestlich von Berlin in Nauen im Landkreis Havelland, die Ende Oktober ausgehoben wurde. Damals wurden 400 Kilogramm Drogen in Kristallform und tonnenweise weitere Chemikalien gefunden. Um solche Dimensionen geht es im aktuellen Fall nicht, wie es hieß.