Berlin & BrandenburgEinsatzkräfte trainieren für große Waldbrände

Trockenheit treibt die Waldbrandgefahr hoch. Zwar entspannte sich die Lage aktuell wieder - aber 800 Einsatzkräfte trainierten mit Drohnen und Hubschraubern für einen Ernstfall.
Potsdam (dpa/bb) - Auch wenn die Waldbrandlage in Brandenburg noch ruhig ist, haben Hunderte Einsatzkräfte im Norden Brandenburgs für den Ernstfall trainiert. Die Monate von März bis Ende September gelten grundsätzlich als besonders waldbrandgefährdete Zeit.
Die Waldbrandgefahr war am Samstag vor allem in fünf östlichen Landkreisen auf die zweithöchste Stufe gestiegen. Am Sonntag entspannte sich die Situation laut aktuellen Berechnungen: Es herrschte überall nur noch ein geringes bis sehr geringes Risiko auf den Gefahrenstufen 1 und 2, wie aus Daten des Forstministeriums hervorging.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) kündigte für den Nachmittag Starkregen, Gewitter und Sturm an. In der Niederlausitz seien Unwetter nicht ausgeschlossen, teilte der DWD mit.
800 Kräfte trainieren in Nord-Brandenburg für Ernstfall
In der Rüthnicker Heide, einem Kiefernforst und früheren Militärgelände in Nord-Brandenburg, übten am Samstag rund 800 Einsatzkräfte aus den Landkreisen Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel die Bekämpfung eines großen Waldbrandes. Ziel sei es, das Zusammenspiel verschiedener Hilfsorganisationen zu verbessern, hieß es. "Bei Hitze, Trockenheit, Munitionsbelastung und rund 90.000 Hektar Waldfläche sind solche Großbrände für unseren Landkreis eine reale Gefahr", so der Kreis Ostprignitz-Ruppin.
Die Bekämpfung großer Waldbrände war in Brandenburg in der Vergangenheit oft schwierig, weil viele Flächen mit alter Munition belastet sind. Die Feuerwehren kamen dadurch nicht nah genug an die Flammen heran. Die Löscharbeiten wurden vielfach aus der Luft unterstützt.
In Brandenburg gilt die Waldbrandgefährdung wegen ausgedehnter Kiefernwälder, geringen Niederschlags und der leichten Sandböden bundesweit als besonders hoch.
Meist verursachen Menschen Waldbrände
Die meisten Waldbrände werden laut Forstministerium durch Menschen verursacht. Unter anderem entstehen sie durch achtlos weggeworfene Zigaretten oder auch durch Grillstellen im Wald. Im und am Wald darf laut Waldgesetz jedoch kein Feuer entzündet werden.
Lagerfeuer als Ursache?
In den vergangenen Tagen musste die Feuerwehr bereits ausrücken, weil Waldboden brannte. In Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) entdeckten die Einsatzkräfte beim Löschen mehrere zusammengestapelte kleine Baumstämme – als habe jemand ein Lagerfeuer entzündet, wie die Polizei mitteilte. Sie ermittelt wegen des Verdachts der Brandstiftung. Auch in Zossen (Teltow-Fläming) prüfte die Polizei, ob ein Brand im Wald von einer Feuerstelle ausging.