Berlin & BrandenburgEr zerschlug die "XY-Bande": Bekannter Oberstaatsanwalt tot

Vor Jahren existierten in Neuruppin mit der "XY-Bande" mafiöse Strukturen. Der Mann, der maßgeblich gegen die Bande ermittelte, ist nun gestorben.
Neuruppin (dpa/bb) - Der für seinen Kampf gegen mafiöse Strukturen bekannte Ex-Oberstaatsanwalt in Neuruppin, Gerd Schnittcher, ist tot. Schnittcher sei im Alter von 76 Jahren vor wenigen Tagen gestorben, teilte das Brandenburger Justizministerium mit. Er hatte sich insbesondere bei den Ermittlungen gegen die sogenannte "XY-Bande" einen Namen gemacht. Als leitender Oberstaatsanwalt sorgte er maßgeblich dafür, dass mehrere Mitglieder dieser mafiösen Struktur in Haft landeten und sich die kriminelle Organisation weitestgehend auflöste.
Im August 2004 waren hunderte Polizisten und etliche Staatsanwälte mit Durchsuchungen in mehreren Bundesländern gegen die "XY-Bande" vorgegangen. Involviert waren auch Mitarbeiter bei der Stadtverwaltung und der Polizei. Es ging um Korruption und Vetternwirtschaft. Staatsanwalt Frank Winter sprach von "mafiösen Strukturen".
Olaf Kamrath, früherer CDU-Stadtverordneter, war im September 2006 als Bandenchef zu einer Haftstrafe von zwölf Jahren verurteilt worden. Auch Mitangeklagte kamen in Haft. Die Bande kam zu ihrem Namen, weil ihre Mitglieder auf den Nummernschildern ihrer teuren Wagen die Buchstabenfolge XY als Zeichen der Verbundenheit führten.