Berlin & BrandenburgErster "Urbanliner" beginnt regulären Betrieb im Tramnetz

Die neue, extralange Tram der Berliner Verkehrsbetriebe geht in den Regelbetrieb. Eigentlich sollte der sogenannte Urbanliner längst im Einsatz sein. Vorher musste aber noch gebaut werden.
Berlin (dpa/bb) - Nach mehrjähriger Verzögerung ist die neue 50-Meter-Tram der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) seit heute im regulären Linieneinsatz unterwegs. Der erste sogenannte Urbanliner nahm am Morgen den Betrieb auf der Linie M4 auf. Es ist eine der meistgenutzten Linien im Berliner Straßenbahnnetz, wie die BVG mitteilte. "Mit diesen Neuwagen stellen wir nach der U-Bahn- auch die Straßenbahnflotte für die nächsten Jahrzehnte leistungsfähig auf", hieß es von BVG-Chef Henrik Falk.
Nach und nach werden in den kommenden Wochen und Monaten weitere Fahrzeuge des "Urbanliners" ausgeliefert. Bis zum Jahresende sollen 15 Züge unterwegs sein, bis Ende 2028 dann 30. Perspektivisch sollen die "Urbanliner" der BVG zufolge auch auf anderen Linien zum Einsatz kommen.
Verzögerungen beim Start
Die Tram sollte bereits im Februar in den Fahrgastbetrieb gehen, ein geplantes Event mit dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) wurde aber kurzfristig abgesagt. Hintergrund waren Uneinigkeiten mit der Zulassungsbehörde. Es ging vor allem um das Gewicht der Fahrzeuge. Im Bereich des Alexanderplatzes mussten im U-Bahn-Tunnel zwei zusätzliche Stützen eingebaut werden.
Die Technische Aufsichtsbehörde muss jedes Fahrzeug für jede Linie einzeln zulassen. Deshalb beziehe sich das Genehmigungsverfahren bisher ausschließlich auf die Linie M4. Der "Urbanliner", der vom Hersteller Alstom gebaut wird, hat Platz für 303 Fahrgäste. Die früher von der BVG genannte Zahl 312 bezog sich den Angaben zufolge nur auf den Prototyp.
Als das Fahrzeug im Sommer 2024 bei der BVG in den Testbetrieb ging, wurde ein Einsatz im Fahrgastbetrieb für das erste Quartal 2025 angekündigt.