Berlin & BrandenburgGedenken an Erschießung von drei Jugendlichen vor 80 Jahren

Kurz nach Ende des NS-Regimes wurden drei Jugendliche unter sowjetischer Besatzung erschossen. Die Gedenkstätte Leistikowstraße erinnert dem Schicksal der 15- und 16-Jährigen.
Potsdam (dpa/bb) - Die Gedenkstätte Leistikowstraße erinnert an den 80. Jahrestag der Erschießung von drei Potsdamer Jugendlichen durch den sowjetischen Geheimdienst. Geplant ist laut Gedenkstätte eine Filmvorführung und ein Gespräch mit dem Enkel des einzigen überlebenden Jugendlichen aus der Gruppe.
Die vier Jugendlichen im Alter von 15 und 16 waren vom sowjetischen Geheimdienst im Jahr 1945 gefasst worden. Ihnen wurde Waffenbesitz, Waffenbeschaffung und die Vorbereitung einer terroristischen Aktion vorgeworfen. Diese habe sich mutmaßlich gegen die sowjetische Besatzungsmacht gerichtet, sagte ein Sprecher der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten.
Im Januar 1946 verurteilte ein Sowjetisches Militärtribunal die vier Potsdamer Jugendlichen zum Tode. Drei Monate warteten sie laut Stiftung im Gefängnis auf die Beantwortung ihres Gnadengesuchs. Einer von ihnen wurde als einziger zu einer 20-jährigen Haftstrafe begnadigt. Warum lediglich einer Begnadigung stattgegeben wurde, sei heute nicht sicher belegt, sagte der Stiftungssprecher. Die anderen drei Jugendlichen wurden am 18. April 1946 an einem unbekannten Ort erschossen.