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Berlin & Brandenburg Geschleusten Vietnamesen erpresst? Angeklagte schweigen

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Berlin (dpa/bb) - Drei Männer, die einen illegal nach Deutschland geschleusten Vietnamesen in einer Berliner Wohnung festgehalten und erpresst haben sollen, haben vor dem Landgericht geschwiegen. Einer der 26- bis 31-jährigen Angeklagten soll an der Schleusung des Geschädigten beteiligt gewesen sein. Mit dem Mann sei vereinbart worden, ihn für 26 000 US-Dollar von Vietnam nach Deutschland zu bringen. Bei einem Zwischenstopp in Berlin sei der Mann mit dem Tode bedroht und erpresst worden, heißt es in der zu Prozessbeginn am Mittwoch verlesenen Anklage.

Der vietnamesische Geschleuste, der laut Anklage nach Großbritannien wollte, soll im Juni 2018 in Berlin zur Zahlung eines Teilbetrags des Schleusungsentgelts aufgefordert worden sein. Vereinbart sei gewesen, dass er bei Ankunft in Frankreich eine Zahlung leisten sollte. Zwei der Angeklagten hätten dem in einer Wohnung im Stadtteil Lichtenberg festgehaltenen Mann und dessen Familie in Vietnam mit körperlichen Repressalien gedroht, falls er das Schleusungsentgelt nebst einer "Strafzahlung" von 20 000 US-Dollar nicht umgehend entrichten werde.

Die aus Vietnam stammenden Angeklagten befinden sich seit fast sieben Monaten in Untersuchungshaft. Die Anklage lautet auf erpresserischen Menschenraub, Verstoß gegen das Aufenthaltsgesetz und gefährliche Körperverletzung. Der Prozess wird am 25. März fortgesetzt.

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