Berlin & BrandenburgGroßer Gegenprotest während rechtsextremer Demo in Berlin

Rechtsextreme demonstrieren in Berlin-Mitte. Ihnen stellen sich etwa sechsmal so viele Menschen entgegen.
Berlin (dpa/bb) - Ein Gegenprotest aus rund 1.000 Menschen blockiert den Weiterzug einer Neonazi-Demonstration in Berlin-Mitte mit rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die Gegendemonstranten haben sich nach Angaben der Polizei vor der Schlossbrücke an der Museumsinsel positioniert. Es müsse nun geklärt werden, wie es weitergehe, sagte Polizeisprecher Florian Nath kurz vor 15 Uhr. Es waren drei Gegendemonstrationen angekündigt, eine davon von der Initiative Omas gegen Rechts.
Die Neonazi-Demonstration wurden von der rechtsextremen Partei Die Heimat, ehemals NPD, angemeldet. Bis zu Nachmittag wurden laut Polizei vier Teilnehmer der Kundgebung festgenommen, unter anderem wegen des Verwendens verbotener Symbole, sagte Nath.
Flaschenwürfe aus Gegendemo
Aus den Gegenprotesten heraus kam es den Angaben der Polizei zufolge vereinzeln zu Flaschenwürfen. Es sind rund 300 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz.
Rechtsextreme Gruppen haben in sozialen Medien mit einem populistischen Spruch für den Marsch mobilisiert, zu dem die Veranstalter nach Polizeiangaben 100 Teilnehmer erwarten. Drei Gegendemonstrationen sind angekündigt, eine davon von der Initiative Omas gegen Rechts.
Rechtsextreme Jugendgruppe "Deutsche Jugend Voran" mit dabei
Der Neonazi-Aufzug startete am Berliner Dom starten und sollte dann über die Straße Unter den Linden über den Werderschen Markt zur Friedrichstraße führen und am S-Bahnhof dort enden. Auf der Demonstration halten Teilnehmer ein Transparent mit dem Spruch "Grenzen Dicht!" in den Händen. Darauf ist auch ein weißes Schaf aufgemalt, das ein schwarzes Schaf mit den Hinterbeinen wegkickt.
Zur Teilnahme hatte auch die rechtsextreme Berliner Jugendgruppe "Deutsche Jugend Voran" aufgerufen. Ein führender Kopf der Gruppierung befindet sich seit Anfang September im Gefängnis. Das Landgericht Berlin hatte den damals 24-Jährigen am 9. April unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung und Nötigung zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.