Berlin & BrandenburgIHK: Rechte Gewalt in Cottbus schadet Wirtschaftsstandort

Ein mutmaßlich rechter Brandanschlag in Cottbus löst bei der Wirtschaft Sorgen aus. Die IHK sieht die Gefahr, das Vertrauen bei Investoren verloren geht.
Cottbus (dpa/bb) - Die mutmaßlich rechten Angriffe in Cottbus schaden aus Sicht der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus dem Wirtschaftsstandort in Südbrandenburg. IHK-Präsident Jens Warnken sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Solche Taten werfen einen Schatten auf die Region und gefährden das Vertrauen von Menschen, Unternehmen und Investoren. Das Bild eines offenen, sicheren und zukunftsorientierten Wirtschaftsstandorts wird dadurch massiv beschädigt."
Cottbus steckt angesichts des Ausstiegs aus der Kohle-Verstromung mitten im Wandel. Durch Großprojekte wie die neue Universitätsmedizin und das Bahnwerk herrscht großer Fachkräftebedarf.
IHK: Rechtsextremismus darf nicht geduldet werden
Warnken sagte: "Als Vertreter der regionalen Wirtschaft verurteilen wir diesen Anschlag aufs Schärfste. Gewalt und Einschüchterung dürfen in unserem Land keinen Platz haben und können niemals Mittel politischer oder gesellschaftlicher Auseinandersetzung sein." Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft müssten gemeinsam und entschlossen dagegenhalten, damit nicht der Eindruck entstehe, Gewalt und Rechtsextremismus würden geduldet.
In der Nacht zum Donnerstag waren Molotow-Cocktails auf das alternative Wohnprojekt "Zelle 79" in Cottbus geworfen worden. Staatsschutz und Mordkommission ermitteln wegen des Verdachts des versuchten Mordes. Die Polizei prüft auch eine Brandstiftung in der Nähe des Hauses am alternativen Club "Chekov", wo eine Zaunlatte brannte. Zudem wurde in der Nacht eine Scheibe am Grünen-Büro in Cottbus zerstört. Ob es einen Zusammenhang zwischen diesen Taten gibt, wird ermittelt.