Regionalnachrichten

Berlin & BrandenburgIn der Garnisonkirche: Gedenken an "Tag von Potsdam"

21.03.2026, 18:01 Uhr
Vor-93-Jahren-gab-Hitler-in-Potsdam-Hindenburg-die-Hand

Der "Tag von Potsdam" am 21. März 1933 war ein entscheidender Schritt von der Weimarer Republik in die NS-Diktatur. Am Ort des Geschehens - der Garnisonkirche - wurde der Opfer der Nazis gedacht.

Potsdam (dpa/bb) - Mit einem Gedenkgottesdienst wurde in der Potsdamer Garnisonkirche an den "Tag von Potsdam" vor 93 Jahren erinnert. "Kein Datum ist so eng mit diesem Ort verwoben wie der 21. März", sagte Pfarrer Jan Kingreen laut Predigtmanuskript. Es sei ein Tag, der zur Deutung herausfordere und dessen Bedeutung weit über den eigentlichen Ort hinausgehe.

Der 21. März 1933 gilt heute als richtungsweisend für den Übergang von der Weimarer Republik in die NS-Diktatur. Die entscheidende Szene des Tages hat sich tief in das kollektive Gedächtnis der Deutschen eingegraben: der Handschlag zwischen dem neu ernannten Reichskanzler Adolf Hitler und Reichspräsident Paul von Hindenburg vor der Potsdamer Garnisonkirche. Dort war zuvor der Staatsakt zur Eröffnung des neuen Reichstags begangen worden.

Blick zurück kann "sehr wehtun"

"Und unser Blick kann sehr wehtun", führte Kingreen aus. Ein Blick, der "sehr schmerzte. Weil die Schuld zu schwer wog. Weil Schamesröte den Blick verschleierte." Heute sei es die Geschichte des gemeinsamen Kulturraums, "meiner Erinnerungsgemeinschaft, in der ich aufgewachsen bin, in der ich gelernt habe", so der Pfarrer. Damit wird es zur Aufgabe, hinzuschauen. "Ob ich das will - oder nicht. Ob das weh tut – oder nicht. Anzusehen. Auszusprechen."

Die Garnisonkirche gilt insbesondere durch den "Tag von Potsdam" als symbolisch aufgeladen. Der Wiederaufbau der Kirche stand auch deswegen stark in der Kritik. Historisch gilt der Tag als Geburtsstunde des Dritten Reiches.

Quelle: dpa

Regionales