Berlin & BrandenburgInnensenatorin: Mehr als 500 Messer sichergestellt

Verstärkte Kontrollen, individuelle Waffenverbote, Führerscheinentzug für Messerstraftäter. Berlin geht neue Wege im Umgang mit Messerkriminalität. Wie bewertet die Innensenatorin die Schritte?
Berlin (dpa/bb) - Die Polizei hat mehr als 500 Messer in den Berliner Messer- und Waffenverbotszonen sichergestellt. Das sagte Innensenatorin Iris Spranger (SPD) dem "Tagesspiegel". 8317 Kontrollen erfolgten nach ihren Angaben seit den seit 15. Februar 2025 geltenden Verboten im Görlitzer Park und am Kottbusser Tor in Kreuzberg sowie am Leopoldplatz in Wedding. Dabei wurden 176 Messer (Stand: 30. Juni) beschlagnahmt, wie Spranger sagte.
Im öffentlichen Nahverkehr, wo seit dem 17. Juli 2025 ebenfalls ein Verbot gilt, gab es nach Sprangers Angaben 33.288 Kontrollen, bei denen 326 Messer (Stand: 1. Juli 2026) sichergestellt. "Jeder, der einmal mit einem Messer bedroht wird, ist dankbar dafür", meinte Spranger. Wer ein Messer bei sich trage, nehme in Kauf, es zu benutzen. "Dass wir durch Kontrollen viele Messer, Waffen und Schusswaffen rausziehen, machen wir für die Sicherheit der Berlinerinnen und Berliner und ihrer Gäste."
Individuelles Verbot für Waffen
Neben den Verbotszonen setzt Berlin auf individuelle Waffentrageverbote und den Führerscheinentzug für Messerstraftäter. "Da sind wir bundesweit Vorreiter", so die Innensenatorin. Eine Task Force des Landeskriminalamtes (LKA) hat nach ihren Angaben bislang 27 Mal solche Fälle geprüft. 23 davon seien positiv bewertet worden, in 19 Fällen seien die Verfügungen rechtskräftig. "Bisher sind keine Verstöße gegen erlassene individuelle Waffentrageverbote festgestellt worden. Das zeigt also seine Wirkung", erklärte Spranger.
Derzeit sind nach ihren Angaben keine weiteren Verbotszonen geplant. "Wir evaluieren ständig. Es kann auch sein, dass wir mal eine der bestehenden drei Zonen herausnehmen oder eine weitere einrichten", so die Senatorin. "Bisher sehen wir dazu aber keine Notwendigkeit, denn mit dem Waffen- und Messerverbot im ÖPNV haben wir einen großen Teil der Stadt schon abgedeckt."