Berlin & BrandenburgKI-Nacktbilder an Berliner Schule – Polizei ermittelt

Zwei Schüler sollen KI-generierte Nacktbilder von Mitschülerinnen verbreitet haben. Die Schulleitung schaltet die Polizei ein. Die Ermittlungen dazu laufen.
Berlin (dpa/bb) - Zwei Schüler einer Schule in Berlin-Weißensee sollen mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz erstellte Nacktbilder von Mitschülerinnen verbreitet haben. "Wir nehmen Fälle sexualisierter Gewalt an Schulen grundsätzlich sehr ernst", teilte die Senatsverwaltung für Bildung auf Anfrage dazu mit. Die Schulleitung habe sofort nach Bekanntwerden der Vorgänge gehandelt.
"Die Schulgemeinschaft wurde informiert, Ordnungs-, beziehungsweise Erziehungsmaßnahmen kommen zur Anwendung, und umgehend wurde die Polizei eingeschaltet." Auch die Schulaufsicht habe sich unterstützend eingeschaltet. Zuvor hatten die "Berliner Morgenpost" und der "Tagesspiegel" darüber berichtet.
Die Berliner Polizei ermittelt
Die Berliner Polizei hat Ermittlungen aufgenommen, wie ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte. Zu Details oder ersten Ergebnissen seien aber noch keine Auskünfte möglich. Nach Informationen der "Berliner Morgenpost" wurden die beiden Schüler, die die sogenannten Deepfakes erstellt haben, mit sofortiger Wirkung vom Unterricht suspendiert.
Erst am Montag hatte Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch die Ergebnisse einer großangelegten Studie zu Gewalt und Mobbing an Berliner Schulen vorgestellt. Danach gehören Gewalt und Konflikte dort inzwischen zum Alltag.
Auf Bundesebene wird bereits seit längerem darüber diskutiert, Gesetzeslücken zu beseitigen, die die konsequente Strafverfolgung von pornografischen Deepfakes und von heimlichen Nacktaufnahmen verhindern. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hat im April einen Gesetzentwurf dazu vorgestellt.