Berlin & BrandenburgLänder-Fusion mit Berlin? Wie Woidke vor 30 Jahren entschied

Vor 30 Jahren stoppte Brandenburg eine Fusion mit Berlin. Ministerpräsident Woidke zeigt sich froh und lobt die große Kraft seines Landes - doch das war nicht immer so.
Potsdam (dpa/bb) - Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke hat eingeräumt, am 5. Mai vor 30 Jahren für eine Länderfusion mit Berlin gestimmt zu haben. "Damals habe ich genau wie Manfred Stolpe gesehen, dass es Vorteile geben könnte", sagte der SPD-Politiker der "Märkischen Allgemeinen Zeitung". Rückblickend zeigt sich Woidke froh, dass die Mehrheit der Brandenburger 1996 dagegen votierte.
Eine Fusion der Bundesländer Berlin und Brandenburg war damals an der Ablehnung der Bürger in Brandenburg gescheitert. Der damalige Ministerpräsident von Brandenburg, Manfred Stolpe (SPD), hatte von einem "Scherbenhaufen" gesprochen. In Berlin entschied sich die Mehrheit für einen Zusammenschluss, es war jedoch die Zustimmung beider Bundesländer nötig.
Woidke sagte der Zeitung: "Wir haben damals vielleicht unterschätzt, welche Kraft in unserem Land Brandenburg steckt." Es habe eine eigene Identität gefunden. "Die Menschen identifizierten sich 1996 - sieben Jahre nach der Wende - in einer Weise mit ihrem Land, wie man es sich zuvor nicht vorstellen konnte. Sie waren stolz auf ihren Adler und ihre inoffizielle Hymne", so der Ministerpräsident. Er regiert seit 2013 in Brandenburg.
Ein neuer Anlauf für eine Fusion hätte inzwischen noch weniger Chancen, meinte Woidke. "Inzwischen haben wir ein großes Selbstbewusstsein entwickelt", sagte Woidke und verwies auf die Entwicklung der Hochschulen und der Wirtschaft. Beide Länder stimmen sich in vielen Politikfeldern miteinander ab und kooperieren.