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Berlin & BrandenburgMehr Angriffe auf Journalisten - rund die Hälfte in Berlin

10.02.2026, 17:34 Uhr
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Bedrohung, Sachbeschädigung, aber auch Körperverletzung: Immer häufiger geraten Medienschaffende in den Fokus - vor allem in der Hauptstadt. Viele Angriffe finden am Rande von Demonstrationen statt.

Berlin (dpa/bb) - Journalisten und Medien sind zunehmend politisch motivierter Gewalt ausgesetzt - insbesondere in Berlin. Mit 406 Fällen ereigneten sich fast die Hälfte aller Fälle (818) in der Bundeshauptstadt, wie aus einer Statistik des Bundeskriminalamtes (BKA) für den Zeitraum vom 1. April 2024 bis 30. November 2025 hervorgeht.

Von den 89 bundesweit registrierten Gewalttaten wurden allein 51 in Berlin gezählt, wie weiter aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, über die die "Rheinische Post" berichtet. Sie wurde kürzlich vom Bundestag veröffentlicht und liegt auch der dpa vor.

Viele Straftaten bei Demos

Vor allem bei Demonstrationen kommt es regelmäßig zu Angriffen auf Medienvertreter. Das BKA erfasste in dem genannten Zeitraum bundesweit 211 Straftaten mit dem Angriffsziel "Medien" - davon 110 in Berlin, wo es regelmäßig wegen des Sitzes der Bundesregierung Protestkundgebungen gibt.

Von den insgesamt 818 Straftaten deutschlandweit ordnet die Polizei rund ein Drittel - insgesamt 244 - dem rechten Spektrum zu, 78 dem linken. Hinter 153 Fällen sehen die Behörden eine ausländische Ideologie, bei 31 eine religiöse. Weitere 312 Delikte laufen unter der Kategorie "sonstige Zuordnung". Die Zahlen wurden mit Stichtag 31. Dezember 2025 von den Ländern an das Bundeskriminalamt gemeldet.

"Zahlen, die erschrecken"

Im Vergleich zum Jahr 2023 ist das ein spürbarer Anstieg. Rechnet man die Zahl der Straftaten vom 1. April 2024 bis zum 30. November 2025 hoch, kommt man im Schnitt auf knapp 41 Fälle pro Monat. Für das Jahr 2023 seien rund 290 Fälle ausgewiesen worden, das entspreche rund 24 pro Monat, berichtet die "Rheinische Post".

David Schliesing, medienpolitischer Sprecher der Linken im Bundestag, zeigte sich alarmiert. "Das Ausmaß an gewalttätigen Übergriffen und Straftaten gegen Medienschaffende erreicht ein erschreckend hohes Niveau. Bund und Länder müssen umgehend aktiv werden und deutlich mehr für den Schutz journalistischer Arbeit tun", sagte er der "Rheinischen Post".

Auch RSF berichtet von Gewalt und Einschüchterung

Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) hatte erst vergangene Woche Einschüchterung und Gewalt gegen Journalisten in Deutschland beklagt. Zugleich werde auch eine Delegitimierung journalistischer Arbeit von vielen Reportern als große Bedrohung für den Journalismus wahrgenommen, heißt es in dem Bericht "Nahaufnahme" zur Lage der Pressefreiheit in Deutschland. RSF hat für das Jahr 2025 insgesamt 55 Angriffe auf Medienschaffende und Redaktionen dokumentiert und verifiziert. Im Vorjahr lag die Zahl bei 89.

Quelle: dpa

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