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Berlin & BrandenburgMinister zu Asphaltwerk-Anschlag: Leichtes Ziel für Täter

25.03.2026, 13:57 Uhr
Millionenschaden-nach-Brandanschlag-auf-ein-Asphaltmischwerk-in-Wandlitz-Ein-Bekennerschreiben-aus-der-linksextremistischen-Szene-haelt-der-Innenminister-fuer-echt

Werk ohne Zaun, hoher Schaden: In Wandlitz wird ein Asphaltmischwerk Ziel eines Anschlags. Laut Innenminister Redmann kein typischer Fall. Welche Verbindungen Ermittler sehen.

Potsdam (dpa/bb) - Nach dem mutmaßlichen Brandanschlag auf ein Asphaltmischwerk in Wandlitz nördlich von Berlin sieht das Innenministerium Bezüge zu einem europäischen Netzwerk aus der linksextremistischen Szene. Es sei außerordentlich schwierig, genau diese Art von Anschlägen aufzuklären, sagte Innenminister Jan Redmann (CDU) im Innenausschuss des Landtags in Potsdam.

"Wir sehen hier durchaus auch Zusammenhänge im größeren europäischen Spektrum." Zudem seien die Täter an das nicht umzäunte Werk leicht herangekommen und hätten ohne viel Aufwand großen Schaden anrichten können, so der Innenminister.

Feuer richtet Millionenschaden an

Vor zwei Wochen war bei einem Feuer in dem Asphaltmischwerk in Wandlitz ein Millionenschaden entstanden. Danach wurde auf Internetplattform Indymedia ein Bekennerschreiben veröffentlicht, in dem eine offensichtlich linksextremistische Gruppe die Tat für sich reklamiert.

Aufruf für "Schwarzen Frühling 2026"

Innenminister Redmann sagte, das Ministerium gehe derzeit davon, dass das Bekennerschreiben authentisch sei. Der Anschlag unterscheide sich aber von bisherigen Stromanschlägen in Berlin und Brandenburg. Es gebe Bezüge des Konzerns Eurovia, zu dem das Asphaltwerk in Wandlitz gehört, zum geplanten Atommüllendlager im französischen Bure, gegen das eine Kampagne aus dem linksextremistischen Milieu laufe.

In dem Bekennerschreiben heißt es unter anderem, der Angriff auf das Asphaltmischwerk sei auch als ein Echo auf einen Aufruf aus Frankreich zu verstehen, der laute: "Heißer als Atomkraft, für einen schwarzen Frühling 2026".

Redmann: Mehr Schutz für Unternehmen

Die Täter suchen sich laut Innenminister "leicht verletzbare Ziele" aus. Das Innen- und das Wirtschaftsministerium wolle Unternehmen auch helfen, selbst Vorsorge zu treffen, um nicht so leicht Opfer einer solchen Straftat zu werden, sagte Redmann. "Wir werden stärker sensibilisieren, dass man es den Tätern nicht ganz leicht macht."

Quelle: dpa

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