Berlin & BrandenburgPolizei: Weniger Messerangriffe in Berliner Verbotszonen

Die Polizei zählte im vergangenen Jahr in ihrer Statistik insgesamt weniger Straftaten. Mit Pistolen wurde allerdings öfter gedroht und geschossen.
Berlin (dpa/bb) - Die Berliner Polizei und der Senat haben mit ihrer Strategie gegen Angriffe mit Messern nach eigener Einschätzung Erfolge erzielt. Der Rückgang von Messerangriffen in den drei neuen Waffen- und Messerverbotszonen habe im vergangenen Jahr zwischen 25 und 45 Prozent betragen, teilte Innensenatorin Iris Spranger (SPD) bei der Vorstellung der Kriminalstatistik der Polizei für 2025 mit.
Die drei Verbotszonen sind seit Februar 2025 Görlitzer Park und Kottbusser Tor in Kreuzberg und Leopoldplatz in Wedding. Zudem wurde im Juli das Mitführen von Waffen und Messern in Bussen und Bahnen verboten.
Insgesamt gab es allerdings 3.599 von der Polizei erfasste Fälle im Bereich "Messerangriff" (+ 5,5 Prozent). Zum Anstieg trug auch eine neue verpflichtende differenziertere Erfassung bei.
Führerscheinentzug wegen Messerangriffen
Spranger betonte, vier verurteilten Messerstraftätern seien inzwischen wegen fehlender charakterlicher Eignung der Führerschein entzogen worden. Neun weitere hätten eine medizinisch-psychologische Untersuchung absolvieren müssen. Im Dezember sei fünf Menschen in einem Pilotverfahren das Tragen eines Messers verboten worden. In 26 Fällen werde ein Verbot geprüft.
"Sicherheit in einer wachsenden Metropole wie Berlin bleibt eine Daueraufgabe", so die Senatorin. "Unser Anspruch ist klar: Alle Menschen in dieser Stadt sollen sich im Alltag, in ihren Kiezen und im öffentlichen Raum sicher fühlen."
Insgesamt 502.743 Straftaten statistisch erfasst
Die Polizei zählte in ihrer Statistik im vergangenen Jahr 502.743 Straftaten - das waren 36.306 Fälle oder 6,7 Prozent weniger als 2024. Die Aufklärungsquote lag bei 44,9 %. Die meisten Taten waren Diebstähle und Einbrüche. Aber eine Rolle spielten auch Internetkriminalität und Drogendelikte. Die Zahl der Gewalttaten wie Körperverletzungen lag in der Statistik bei rund 80.500 Fällen.
Die offizielle Kriminalstatistik gibt nur einen Teil der tatsächlichen Verbrechen wieder. Viele Diebstähle, Rauschgiftdelikte, Betrügereien und Gewalttaten in Beziehungen und Familien werden nie bei der Polizei angezeigt und tauchen daher auch in keiner Statistik auf.