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Berlin & BrandenburgPotsdamer Kältehilfe sieht sich gut vorbereitet

12.01.2026, 04:35 Uhr
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Für Obdachlose ist der Winter oft eine Herausforderung. In Potsdam bietet ein kleines Team in den kalten Nächten den Menschen ihre Hilfe an.

Potsdam (dpa/bb) - Die Kältehilfe in Potsdam sieht sich trotz zuletzt eisiger Nächte gut aufgestellt. "Wir sind schon den ganzen Winter mit den Leuten in Kontakt", sagte Jan Kirk von Creso-Streetwork. Das vierköpfige Team biete den Obdachlosen Hilfe an. Das könnten unter anderem Isomatten, Schlafsäcke, Decken oder warme Getränke sein.

Das Angebot der Straßensozialarbeit umfasse unter anderem die "aufsuchende Straßenarbeit", erklärte Kirk. Hierbei schaue man in der kalten Jahreszeit nach den Obdachlosen und versuche bei Bedarf, Hilfe zu leisten. Nicht immer würden die Betroffenen das wünschen, viele würden das Angebot aber dankend annehmen.

Viele Obdachlose einigermaßen auf Kälte vorbereitet

Grundsätzlich sei man bei der Kältehilfe "positiv überrascht". Viele Obdachlose wirkten einigermaßen vorbereitet, sagte Kirk. Hin und wieder gebe es aber Situationen, in denen "wir aufgrund der Kälte den Rettungsdienst gerufen haben". Er und sein Team schauten, wie sich die Menschen im Gespräch verhielten. Haben die Menschen eine "Strategie" bei der Kälte? Im Zweifel müsse ein Arzt hinzugezogen werden.

Die Situation in Potsdam sei nicht vergleichbar mit der in Berlin. In Potsdam gebe es keine größeren Lager und Gruppen von Obdachlosen. Viele seien als Einzelkämpfer unterwegs. Diese seien bei Kälte tendenziell eher gefährdet, so Kirk. Es gelte also höchste Aufmerksamkeit.

Straßensozialarbeit ruft zu Aufmerksamkeit auf

Diese Aufmerksamkeit sehe er bei vielen Bürgern, lobte Kirk. Zuletzt wurde ihm und seinem Team ein Mann, der häufig an der Breiten Straße in Potsdam sitzt, gleich zehnmal an einem Tag gemeldet. Man sei mit ihm "permanent in Kontakt". Er kenne die Angebote, führte Kirk aus. Er verzichte zum Beispiel auf die Unterkünfte der Winternothilfe wegen der Mehrbettzimmer. Es gebe durchaus Obdachlose, die in Mehrbettzimmern schlechte Erfahrungen mit anderen Zimmergenossen gemacht hätten.

"Wichtig ist bei der Kälte nicht die Augen zu verschließen", sagte Kirk mit Blick auf Hilfemöglichkeiten der Bürger. Man sollte in Kontakt kommen mit den Menschen. In Verbindung mit Alkohol sei Unterkühlung schnell lebensgefährlich. "Im Zweifel sollte man immer den Rettungsdienst rufen." Insbesondere, wenn die Person keine Reaktion zeige, betonte der Straßensozialarbeiter. Häufig seien es aber die kleineren Gesten: "Manchmal ist es nur ein Kaffee oder ein Tee, oder eine Zigarette oder 5 Euro."

Quelle: dpa

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