Berlin & BrandenburgStromausfall in Berlin: Wegner besucht THW und Bundeswehr

Nach dem Anschlag auf Stromkabel im Südwesten Berlins helfen THW und Bundeswehr beim Kampf gegen den Blackout. Wegner will von ihnen nicht nur kurzfristig profitieren.
Berlin (dpa/bb) - Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) will die Erfahrungen mit dem weiter andauernden Stromausfall im Berliner Südwesten kritisch auswerten. "Es gibt an der ein oder anderen Stelle noch Optimierungsbedarf", sagte er bei einem Besuch auf dem Betriebshof des Technischen Hilfswerks (THW) in Berlin-Lankwitz im Gespräch mit Vertretern von THW und Bundeswehr. "Wir müssen auch unsere Strukturen noch mal angucken."
Der CDU-Politiker ließ sich zeigen, wie Soldaten eines Logistik-Bataillons aus dem brandenburgischen Beelitz das THW mit einem Tankfahrzeug und Treibstoff unterstützen. Den Diesel braucht das THW zum Betanken von Notstromaggregaten in den vom Stromausfall weiterhin betroffenen Stadtteilen im Bezirk Steglitz-Zehlendorf.
Wegner hält Hilfe der Bundeswehr für unverzichtbar
Wegner versicherte, ihm sei nach dem Brandanschlag bereits am Samstag klar gewesen, dass Berlin die Unterstützung der Bundeswehr brauche, deren Einsatz am Montag begonnen hat. Sein Fazit: "Jetzt läuft's."
Der Kommandeur des Landeskommandos Berlin der Bundeswehr, Horst Busch, sah das ähnlich: Die Zusammenarbeit mit Senat und THW nannte er "ganz hervorragend". Bei der Auswertung der Erfahrungen mit dem tagelangen Stromausfall baut Wegner auf die Einschätzungen der Praktiker: "Ich möchte, dass Sie dabei sind", sagte er zu seinen Gesprächspartnern.
Der Anschlag auf Stromkabel, zu dem sich Linksextremisten bekannt haben, sorgt seit dem frühen Samstagmorgen für einen großen Blackout. Zunächst waren 45.000 Haushalte und mehr als 2.200 Unternehmen betroffen. Nach Angaben des Betreibers Stromnetz Berlin sollen die letzten Kunden voraussichtlich Donnerstagnachmittag wieder über Strom verfügen.