Berlin & BrandenburgUmfrage: Vier Parteien in Berlin dicht hinter CDU

Die CDU liegt laut einer aktuellen Umfrage weiter vorn. Die AfD kommt demnach momentan auf Platz zwei, jedoch sind drei Parteien knapp dahinter. Welche Koalitionen in Berlin künftig regieren könnten.
Berlin (dpa/bb) - Die CDU liegt rund viereinhalb Monate vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus einer Umfrage zufolge weiter vorn. Die Partei von Regierungschef Kai Wegner kommt in der repräsentativen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des "Tagesspiegel" auf 20 Prozent. Dahinter liegen vier Parteien fast gleich auf: Die AfD kommt auf 17 Prozent, SPD, Grüne und Linke jeweils auf 16 Prozent.
Die FDP (4 Prozent) liegt demnach ebenso unter der Fünf-Prozent-Hürde wie das BSW (3 Prozent). Sonstige Parteien vereinen zusammen 8 Prozent auf sich. Im Vergleich zu einer Umfrage des Instituts vor rund einem Monat schrumpft der Abstand der CDU auf die anderen Parteien.
Koalition hätte keine Mehrheit mehr
Nach diesen Zahlen hätte das seit 2023 regierende Bündnis aus CDU und SPD keine Mehrheit mehr. Möglich wären Dreierbündnisse etwa aus CDU, SPD und Grünen oder aus SPD, Grünen und Linken. Eine Regierungsbeteiligung der AfD ist sehr unwahrscheinlich, weil mehrere Parteien eine Zusammenarbeit ausgeschlossen haben.
Die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus ist am 20. September geplant. Bei der Wiederholungswahl zum Abgeordnetenhaus 2023 war die CDU mit 28,2 Prozent der Zweitstimmen der klare Sieger. SPD und Grüne kamen auf jeweils 18,4 Prozent, wobei die Sozialdemokraten wenige Stimmen mehr hatten. Die Linke bekam 12,2 Prozent, die AfD 9,1 Prozent. Die FDP flog mit 4,6 Prozent aus dem Abgeordnetenhaus.
Unsicherheiten durch geringere Parteibindung
Für die aktuelle Civey-Umfrage wurden 3.000 Berlinerinnen und Berliner zwischen dem 21. April und 5. Mai befragt. Der statistische Fehler wird mit 3,4 Prozent angegeben.
Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen für den Wahlausgang.