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Berlin & BrandenburgViel Streusalz in Brandenburg - bisher kein Gurkenwasser

01.02.2026, 13:13 Uhr
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Der Winter in Brandenburg hält an. 90 Prozent des eingelagerten Streuguts beim Landesbetrieb sind bereits aufgebraucht. Gibt es genug Nachschub?

Hoppegarten (dpa/bb) - Der Winter macht viele Straßen in Brandenburg gefährlich glatt. Schon jetzt wurde weit mehr Salz gestreut als im gesamten vorherigen Winter. Bisher seien bereits rund 90 Prozent der eingelagerten 35.000 Tonnen Streugut verbraucht worden, sagte die Sprecherin des Landesbetriebs Straßenwesen, Dorothée Lorenz.

"Das ist ein großer Unterschied zu den letzten Jahren." Im Winter 2024/2025 reichten nach Angaben des Landesbetriebs insgesamt knapp 20.000 Tonnen zum Streuen.

Genug Streugut im Vorrat

Der Landesbetrieb befürchtet jedoch keine Knappheit an Streugut. Der Winterdienst in Brandenburg sei aktuell gut aufgestellt, sagte die Sprecherin. Das Salz, mit dem die Wege von Eis befreit würden, werde regelmäßig nachgeliefert. "Es würde nur knapp werden, wenn wir viele von diesen Extrem-Wetterlagen hätten." Dann müssten je nach Verkehrsaufkommen Prioritäten gesetzt werden.

Bisher keine größeren Unfälle

Trotz Schnee und Eisglätte gab es am Wochenende in Brandenburg bisher keine größeren Unfälle mit Schwerverletzten aufgrund der Witterung. Auf einer Auffahrt auf die Autobahn 2 bei Ziesar an der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt kam ein Reisebus mit rund 40 Fahrgästen laut Polizei von der Fahrbahn ab. Ein Mann wurde verletzt.

Speisesalz kommt auf die Straßen

Der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg ist für den Winterdienst auf Bundes- und Landstraßen sowie auf Radwegen zuständig. Fürs Streuen wird pro Quadratmeter ungefähr so viel Salz verwendet, wie es üblicherweise für ein gekochtes Ei. Dabei nutzt der Landesbetrieb handelsübliches Speisesalz, das den Gefrierpunkt senkt und den Schnee und das Eis schmelzen lässt. Das Tausalz verhindert weiteres Gefrieren und löst sich von allein auf.

Salzen oder nicht salzen

Salz gilt als besonders effektives Streumittel. Umweltschützer warnen allerdings vor der Verwendung. Nach Ansicht der Umweltorganisation BUND schadet Salz den Böden, Pflanzen, Tieren und Gewässern. Das Land Berlin setzt inzwischen auch kurzfristig auf Streusalz auf Gehwegen. In Brandenburg entscheiden die Kommunen über die Verwendung. In Potsdam ist der Einsatz nur in Ausnahmefällen wie bei Eisregen und an besonders gefährlichen Stellen erlaubt. Dazu gehören Treppen oder sehr steile Wege.

Streugut aus dem Gurkenglas?

Als Alternativen zu Tausalz gelten Granulat, Sand, Kies, Sägespäne – und ein ungewöhnlicher Helfer: In Niederbayern setzt der Winterdienst Gurkenwasser als Abfallprodukt eines Gurkenverarbeiters im Kampf gegen die Glätte ein und spart so tonnenweise Streusalz. Auch der Flughafen München verwendet Gurkenwasser als Salzersatz.

Könnte Gurkenwasser auch in Brandenburg – bekannt für seine Spreewaldgurken – ein Straßenretter werden? Das Wasser müsse vor der Verwendung als Streumittel aufbereitet werden, sagte die Sprecherin des Landesbetriebs. "Leider ist das nicht wirtschaftlich für uns." Die Gurkenhersteller müssten das selbst übernehmen.

Der Gurkenhersteller Spreewaldkonserve in Golßen ("Spreewaldhof") erklärte, das Wasser seiner Gurken eigne sich nicht zum Streuen. Der Salzgehalt sei zu gering. "Das würde bei unserem Wasser nicht funktionieren", bedauerte eine Sprecherin des Unternehmens.

Bleiben die Straßen glatt?

Der Deutsche Wetterdienst prognostiziert weiter frostige Tage mit einem Höchstwert von minus 5 Grad am Montag und bis zu minus 14 Grad in der Nacht zum Dienstag. Zunächst soll es weitgehend trocken bleiben, in der Nacht zum Mittwoch ist etwas Schneefall möglich.

Quelle: dpa

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