Berlin & BrandenburgWarten auf Erlaubnis für Hochfahren von Kraftwerksblöcken

Potsdam/Cottbus (dpa/bb) - Für eine Absicherung der Energieversorgung im kommenden Herbst und Winter ist das Braunkohlekraftwerk Jänschwalde (Spree-Neiße) weiter im Gespräch. Der Betreiber, das Energieunternehmen Leag, hatte beim Landesamt für Umwelt (LfU) eine Ausnahmegenehmigung für ein mögliches Hochfahren zweier Kraftwerksblöcke beantragt und wartet nun auf die Erlaubnis. Es geht darum, wie der Umgang mit den Emissionsgrenzwerten - also Luftverunreinigungen - zu regeln ist. Leag-Personalvorstand Jörg Waniek äußerte sich am Mittwoch dazu verhalten optimistisch. "Es ist noch nicht überall grünes Licht, aber wir sind auf gutem Weg", sagte Waniek in Jänschwalde. Die Leag schaffe bereits die technischen und personellen Rahmenbedingungen dafür - unter anderem würden 140 zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt.
Bei einem möglichen Wiederhochfahren der Kraftwerksblöcke geht es vorrangig um die Stromversorgung. Die Leag hatte gefordert, die Kraftwerksblöcke E und F in Jänschwalde, die derzeit in Sicherheitsbereitschaft sind und keinen Strom mehr produzieren, von Auflagen für die Emissionen zu befreien. Die Blöcke erfüllen nach Angaben des Energieunternehmens die Grenzwerte nicht, eine Nachrüstung sei in der erforderlichen Zeit nicht machbar.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte dazu, momentan liefen die nötigen Genehmigungsverfahren. "Ich bedauere sehr, dass diese Verfahren nicht auf der Ebene laufen, wo sie hingehören, nämlich auf der Bundesebene", so der Regierungschef. Das Land sei nun zuständig und arbeite mit Hochdruck daran. Woidke ging davon aus, dass entsprechende Genehmigungen kommen werden, um damit dann die deutsche Energieversorgung unterstützen zu können.
Der Ministerpräsident sieht nach eigenen Worten die Braunkohle durchaus als eine Brückentechnologie für die Zeit, in der die Erneuerbaren Energien noch nicht ausreichend ausgebaut sind. In Brandenburg gebe es einen guten Ausbaustand. "Ich schließe aber nicht aus, dass wir für die nächsten Jahre diese Reservekapazitäten, die ja da sind, auch stärker brauchen werden". Wer sich die Energiemärkte anschaue, der könne nur den Schluss ziehen, stärker auf heimische Rohstoffe zu setzen, so Woidke.