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Hamburg & Schleswig-HolsteinAusschreitungen bei prokurdischer Demonstration in Kiel

21.01.2026, 12:33 Uhr
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Bei einer prokurdischen Demonstration in Kiel kam es unter anderem zu Auseinandersetzungen, Pyrotechnik und einem Angriff auf einen Kiosk. Eine weitere Demo wurde bereits angemeldet.

Kiel (dpa/lno) - Bei einer prokurdischen Demonstration am Dienstagabend ist es in Kiel zu Ausschreitungen gekommen. Der Protestzug führte nicht nur zu Verkehrsbehinderungen, sondern auch zu gezündeter Pyrotechnik, Auseinandersetzungen und einem Versuch, eine Flagge anzuzünden, wie die Polizei mitteilte. Die Beamten leiteten daraufhin mehrere Ermittlungsverfahren ein

Zur Demonstration, die am Hauptbahnhof der Landeshauptstadt startete, waren zunächst 400 Teilnehmer erwartet worden. Doch bereits zu Beginn zogen 1.000 Menschen friedlich in Richtung der geplanten Abschlusskundgebung am Wall. Im Verlauf zündeten Demonstranten jedoch Raketen, Böller und Bengalos, hieß es von der Polizei.

Am Wall besetzten etwa 100 Personen eine Fußgängerbrücke, einige vermummten sich. Vor einem Polizeifahrzeug versuchten Unbekannte, eine Flagge in Brand zu setzen. Einsatzkräfte verhinderten dies.

Sitzmöbel verfehlt Polizeibeamtin

Daraufhin durchbrachen größere Gruppen die Polizeisperren und ignorierten die angemeldete Versammlungsroute. Laut Polizei trafen weitere Beamte ein, um die teils aggressiven Demonstranten zu beruhigen.

Vor einer Gaststätte gerieten Versammlungsteilnehmer und unbeteiligte Personen aneinander und Einsatzkräfte zeitweise zwischen die Fronten. Einige Beamte zogen sich zurück, während ein geworfenes Sitzmöbel eine Polizistin den Angaben nach nur knapp verfehlte.

Zudem entstand den Beamten zufolge an einem Gebäude Sachschaden. Nach einer Auseinandersetzung wurden überdies mehrere Verletzte entdeckt, die vor allem Gesichtsverletzungen erlitten hatten. Erst mit dem Eintreffen weiterer Polizeikräfte konnte die Lage unter Kontrolle gebracht werden.

Weitere Demonstration geplant

Dennoch kam es noch zu einem Angriff auf einen Kiosk, der durch das Einschreiten der Polizei unterbunden werden konnte. Ob dabei Sachschäden entstanden, ist noch unklar. Nach der Demonstration nahm die Polizei mehrere Ermittlungen auf, unter anderem wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, tätlicher Angriffe, Körperverletzung und Sachbeschädigung.

Schließlich zogen die rund 800 verbliebenen Demonstrierenden zurück zum Hauptbahnhof. Laut Polizei verlief die dortige Abschlusskundgebung ohne Zwischenfälle. Für Donnerstag ist ein weiterer Protest zum selben Thema angekündigt, sagte eine Sprecherin.

Quelle: dpa

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