Hamburg & Schleswig-HolsteinBeschwerden zu Datenschutz in Hamburg steigen auf Rekordwert

Immer mehr Bürgerinnen und Bürger melden Datenschutzverstöße – vor allem soziale Netzwerke und KI-Anwendungen sorgen für Rekordzahlen bei Beschwerden.
Hamburg (dpa/lno) - Bei Hamburgs Datenschutzbeauftragtem Thomas Fuchs sind im vergangenen Jahr so viele Beschwerden eingegangen wie noch nie seit Einführung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) 2018. Im Vergleich zu 2024 sei die Zahl der Beschwerden um 62 Prozent auf 4.220 gestiegen, teilte Fuchs mit. Daneben gab es den Angaben zufolge 2.509 Eingaben, so dass die Gesamtzahl aller Vorgänge von 4.571 im Jahr 2024 auf 6.729 im vergangenen Jahr gestiegen sei.
Stärkster Zuwachs bei sozialen Netzwerken und Datingportalen
Das Plus betraf den Angaben zufolge nahezu alle Bereiche, wie zum Beispiel Finanzwirtschaft und Versicherungen, Handel, Gesundheitswesen oder Wohnungswesen. Den stärksten Zuwachs habe es jedoch bei sozialen Netzwerken und Datingportalen gegeben: Dort habe sich die Zahl der Beschwerden von 386 auf 1.052 fast verdreifacht.
Im Zentrum standen dabei die von Meta betriebenen Plattformen Facebook und Instagram, wie Fuchs mitteilte, der bundesweit federführend für Meta zuständig ist. Die Beanstandungen drehten sich vor allem um die Verarbeitung von Nutzerdaten zu KI-Trainingszwecken, womit Meta im Rahmen von "Meta AI" im Mai 2025 begonnen habe, sowie um "Pay-or-Consent"-Modell von Meta. Dabei können Nutzer nur dann der Verarbeitung personenbezogener Daten für personalisierte Werbung entgehen, wenn sie ein kostenpflichtiges Abo abschließen.
Viele Bürger baten um Hilfe bei der Durchsetzung ihrer Rechte
Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger hätten sich auch an den Datenschutzbeauftragten gewandt, um Hilfe bei der Durchsetzung ihrer Betroffenenrechte zu erhalten, insbesondere des Rechts auf Löschung und des Rechts auf Auskunft bezüglich ihrer Accounts. Einen Grund für den Anstieg der Beschwerden sei die vermehrte Nutzung von KI-Tools, die über Datenschutzrechte informierten und das Einreichen von Beschwerden erleichterten.
Neben den Beschwerden hab es im vergangenen Jahr den Angaben zufolge 2.509 Eingaben. Knapp die Hälfte (1.112) davon waren sogenannte Data-Breach-Meldungen. Das sind gesetzlich vorgeschriebene Benachrichtigungen von Aufsichtsbehörden und Betroffenen bei Verletzungen des Schutzes personenbezogener Daten. In 373 Fällen sei es dabei um Cyberangriffe gegangen.