Hamburg & Schleswig-HolsteinBrücke nahe der Elbphilharmonie wird zwei Jahre gesperrt

Die alten Kaimauern Hamburgs sind sanierungsbedürftig – ein teures Dauerprojekt. Der Abschnitt, der jetzt an der Reihe ist, dürfte vor allem Besucher der Elbphilharmonie vor Herausforderungen stellen
Hamburg (dpa/lno) - Die Kaimauern an der Hamburger Kehrwiederspitze werden saniert. Betroffen ist auch die angrenzende Niederbaumbrücke in Richtung Hafencity, die dafür ab dem kommenden Wochenende für die gesamte Bauzeit für Autos, den öffentlichen Nahverkehr und Fahrradfahrer gesperrt wird, wie Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) mitteilte. Fußgänger sollen die Brücke weiterhin nutzen können. Die Bauzeit soll voraussichtlich zwei Jahre betragen.
Dressel spricht in Bezug auf die Sanierung der Kaimauern Hamburgs von einer Jahrhundertaufgabe – "sowohl baulich als auch kostenseitig". Die Stadt kalkuliere für den jetzt fälligen Abschnitt rund 26 Millionen Euro. Mit der gleichzeitigen Neugestaltung der Kehrwiederspitze solle ein besonderer Ort geschaffen werden, der zum Verweilen einlade. Im Zuge der Baumaßnahmen gefällte Bäume würden ersetzt. Der Verkehr werde umgeleitet.
Zufahrt zur Elbphilharmonie eingeschränkt
Die gesperrte Brücke ist auch ein wichtiger Zufahrtsweg für die Elbphilharmonie. Deren kaufmännischer Geschäftsführer Jochen Margedant freute sich, dass die Speicherstadt erhalten werde. Wegen der Verkehrsbeeinträchtigung werde man die Besucher aber darauf hinweisen, "wie man weiterhin sicher und bequem ins Haus kommt", sagte er.
Die Elbphilharmonie ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Hansestadt und zieht laut Margedant jährlich rund 3,2 Millionen Besucher an.
Sanierung kostet Hamburg "hohen, dreistelligen Millionenbetrag"
Die Kaimauern in der Speicherstadt wurden von 1880 bis 1920 errichtet, sie sind also mehr als 100 Jahre alt – und ein Sanierungsfall. "Die Kaimauern weisen erhebliche Schäden auf, darunter Rissbildungen, Absackungen, Verformungen sowie statisch beeinträchtigte Gründungselemente" heißt es auf der Internetseite des Landesbetriebs Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) der Stadt Hamburg.
Mit der Sanierung der Mauern wurde schon 2020 begonnen. Laut Dressel wird für die Sanierung der insgesamt über 40 Kilometer langen Kaimauern im Hafenbereich mit einem hohen dreistelligen Millionenbetrag gerechnet. "Zählt man alles zusammen, was städtische Stakeholder angeht, geht es - glaube ich - auch in den Milliardenbereich", sagte er.