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Hamburg & Schleswig-HolsteinFliegerbombe in Wedel entschärft

11.01.2026, 15:37 Uhr
Polizisten-kontrollierten-die-Evakuierung-im-Radius-von-rund-1-000-Metern-um-die-Fundstelle-einer-250-Kilogramm-schweren-Weltkriegsbombe

6.000 Haushalte mussten bei eisigen Temperaturen ihre Wohnungen verlassen: In Wedel wurde eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg erfolgreich entschärft.

Wedel (dpa/lno) - Bei Schnee, Eis und Temperaturen bis zu minus zehn Grad sind am Sonntag in Wedel rund 6.000 Haushalte für die Entschärfung einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg evakuiert worden. Der Kampfmittelräumdienst des Landeskriminalamts Schleswig-Holstein machte den 250 Kilogramm schweren Sprengkörper am frühen Nachmittag unschädlich, wie die Polizei mitteilte. Gegen 14.00 Uhr wurde die Bombe erfolgreich entschärft, kurz darauf konnten die Sperrungen aufgehoben werden.

Die Bombe war am 7. Januar bei der Überprüfung einer Kampfmittelverdachtsfläche im Industriegebiet Wedel entdeckt worden. Experten identifizierten den Fund als amerikanische Fliegerbombe mit Kopf- und Heckzünder. Für die Entschärfung legten Stadt, Polizei und Feuerwehr einen Gefahrenbereich mit einem Radius von rund 1.000 Metern fest.

Aufenthaltsmöglichkeit in einer Schule

Betroffen waren neben einem Gewerbegebiet auch Wohnhäuser und Kleingartenanlagen. Alle Anwohner mussten den Bereich bis spätestens 11.00 Uhr verlassen. Bei Temperaturen von rund minus zehn Grad trafen bereits ab 9.00 Uhr zahlreiche Betroffene an der Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule ein, die als Notunterkunft diente. Einige kamen mit Sonderbussen, andere mit privaten Fahrzeugen, viele mit gepackten Taschen.

Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei waren mit einem Großaufgebot im Einsatz. Die Entschärfung begann gegen 13.00 Uhr, nachdem kontrolliert worden war, dass sich keine unbefugten Personen mehr im Sperrgebiet aufhielten. Nach rund einer Stunde war der Einsatz beendet. Der Start hatte sich zuvor leicht verzögert.

Lob und Kritik von Betroffenen

"Ich gehe lieber spazieren und hoffe, dass in ein paar Stunden alles vorbei ist", sagte eine 68-jährige Anwohnerin. Eine 88 Jahre alte Frau zeigte sich zufrieden mit der Unterbringung: "Hier ist alles super organisiert, ich bin der Stadt dankbar für den Aufwand. Ohne meinen Nachbarn hätte ich den Weg bei dem Wetter aber nicht geschafft." Kritik äußerte dagegen ein 54-Jähriger: "Meine zwei Hunde durfte ich nicht mitnehmen. Warum Haustieren kein Schutz gewährt wird, verstehe ich nicht."

Quelle: dpa

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