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Hamburg & Schleswig-HolsteinGEW warnt vor schneller Öffnung der Kitas

27.04.2020, 14:40 Uhr
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(Foto: arifoto UG/ZB/dpa/Archivbild)

Kiel (dpa/lno) - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat sich gegen eine schnelle Öffnung der Kitas in Schleswig-Holstein ausgesprochen. Es sei niemandem damit gedient, "wenn die Kitas sich zu Virenschleudern entwickeln und Personal und Kinder nach und nach erkranken", sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Montag in Kiel. Schließlich sei medizinisch noch nicht geklärt, dass Kinder nicht zur Verbreitung vom Virus beitragen.

Kleine Kinder ließen sich nun einmal nicht auf Distanz halten. Sie bräuchten Nähe und Zuwendung. Ab und zu müssten sie auch einmal auf den Arm genommen werden, sagte Henke, was die Aufgabe in den Kitas in diesen Corona-Zeiten so anspruchsvoll mache.

Als Voraussetzung für eine stärkere Öffnung fordert die GEW eine Begrenzung der Gruppengröße auf maximal fünf Kinder sowie ausreichende Hygiene- und Schutzmaßnahmen - zum Beispiel durch Masken und Handschuhe. Bei der Diskussion um die Ausweitung der Notbetreuung oder gar eine generelle Öffnung der Kitas dürfe die Gesundheit der Beschäftigten nicht auf der Strecke bleiben.

Wenn es nach Abwägung der gesundheitlichen Risiken zu einer schrittweisen Öffnung kommen sollte, müssten aus Sicht der GEW in den einzelnen Kitas gute Lösungen gefunden werden. "Hier ist dann auch Kreativität gefragt. Wenn es personell machbar ist, spricht zum Beispiel nichts gegen die Verlagerung von Angeboten nach draußen", regte Henke an. Stärkere Berücksichtigung müssten dann die Bedürfnisse derjenigen Kinder finden, die in einer schwierigen sozialen Situation lebten oder einen besonderen Förderbedarf hätten.

Die Kitas sind bis auf die Notbetreuung grundsätzlich erstmal bis 4. Mai geschlossen. Es werde über Möglichkeiten der schrittweisen Öffnung nachgedacht, Termine hierfür gebe es aber noch nicht, sagte ein Sprecher des Familienministeriums in Kiel.

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