Regionalnachrichten

Hamburg & Schleswig-HolsteinSamenplantage soll Nachwuchs heimischer Sträucher sichern

08.04.2026, 14:20 Uhr
Damit-der-Wald-erneuert-werden-kann-werden-junge-Baeume-gebraucht

In Heidmoor startet Schleswig-Holsteins erste Samenplantage für heimische Sträucher. Was das für den Waldumbau und die regionale Pflanzenvielfalt bedeutet.

Heidmoor (dpa/lno) - Schleswig-Holstein stärkt die Nachzucht heimischer Gehölze. Die erste Samenplantage für sogenannte gebietseigene und heimische Sträucher im Norden entsteht auf dem Gebiet der Försterei Hasselbusch bei Heidmoor (Kreis Segeberg), wie Landwirtschaftsministerium und Landesforsten zum Spatenstich mitteilten.

Bundesnaturschutzgesetz schreibt Saatgut vor

Hintergrund ist die Vorschrift des Bundesnaturschutzgesetzes, nach der bei Pflanzungen in der freien Natur nur Pflanz- und Saatgut aus einheimischer Vegetation eingesetzt werden darf. So soll eine überregionale Vermischung vermieden werden.

Das Saatgut aus Heidmoor soll zum Beispiel an Baumschulen gehen und für den Waldumbau sowie für Ausgleichsflächen und Renaturierungsprojekte eingesetzt werden. "Mit dieser Samenplantage schaffen wir eine wichtige Grundlage für die heimischen Baumschulen und leisten einen entscheidenden Beitrag zur Neuwaldbildung in Schleswig-Holstein", so Forstministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU).

Heimisches Saatgut für Waldbäume seit Jahrzehnten Standard

Der Direktor der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten, Chris Freise, betonte, dass bei Waldbäumen seit Jahrzehnten nur geeignetes Saatgut aus heimischen Herkünften verwendet werde. "Diese Erfahrungen übertragen wir nun auch auf Sträucher. So sichern wir genetische Vielfalt, biologische Anpassungsfähigkeit und einen gesunden Naturhaushalt."

Die Landesforsten verfolgen zwei Wege zur Versorgung mit gebietseigenem Saatgut: Neben Saatgutplantagen sind das natürliche Saatgutbestände in den Wäldern. Saatgutplantagen liefern den Angaben zufolge größere Mengen und lassen sich technisch einfacher ernten, haben aber höhere Kosten und strengere Zulassungsanforderungen. Natürliche Bestände seien einfacher anzulegen, aber die Ernte sei aufwendiger.

5.000 Sträucher für Saatgutproduktion

Die Fläche in Heidmoor ist 14,6 Hektar groß, ein Stück weniger als die Hamburger Binnenalster. Auf der Fläche entsteht neuer Wald. Rund zehn Prozent sollen für heimische Sträucher genutzt werden, die Samen liefern. Unter den 5.000 Sträuchern seien Hasel, Schwarzer Holunder, Hundsrose, Pfaffenhütchen, Schneeball und Schlehe.

Die Anlage der Samenplantage kostet nach Angaben der Landesforsten etwa 140.000 Euro. Ein weiterer Standort sei bereits in der Revierförsterei Satrup (Kreis Schleswig-Flensburg) geplant.

Quelle: dpa

Regionales