Hamburg & Schleswig-HolsteinAOK: Weniger Krankheitsausfall von Arbeitnehmern im Norden

Trotz leicht gesunkenem Krankenstand bleibt das Niveau in Schleswig-Holstein hoch. Im Gesundheits- und Sozialwesen fehlen Beschäftigte besonders oft.
Kiel (dpa/lno) - Der Krankenstand in Schleswig-Holstein ist nach Zahlen der AOK NordWest im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen. Er lag bei den rund 355.000 bei der AOK NordWest versicherten Arbeitnehmern bei 6,7 Prozent, wie die Krankenkasse mitteilte. Damit lag das nördlichste Bundesland 2025 über dem Bundesdurchschnitt von 6,4 Prozent.
Im Durchschnitt fast 25 Fehltage je Arbeitnehmer
Im Vergleich zum Vorjahr mit 6,9 Prozent gab es in Schleswig-Holstein zwar einen leichten Rückgang. "Dennoch bleibt der Krankenstand weiterhin auf einem hohen Niveau", so der AOK-Vorstandsvorsitzende Tom Ackermann zur Vorstellung des Gesundheitsberichts. Beschäftigte in Schleswig-Holstein fehlten demnach im Schnitt 24,6 Tage krankheitsbedingt in ihren Betrieben. Langzeiterkrankungen von mehr als sechs Wochen verursachten demnach 40 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage.
Der häufigste Grund für Krankschreibungen im Norden waren Atemwegserkrankungen mit 27,2 Prozent Anteil. Die Entwicklung zeige einen kontinuierlichen Anstieg: Im Jahr 2021 lag der Anteil bei 14,4 Prozent und stieg bis 2024 auf 26,7. Prozent. Danach folgten Muskel- und Skeletterkrankungen mit 13,2 Prozent Anteil, Verdauungserkrankungen (6,6 Prozent) und Verletzungen (5,5 Prozent).
Muskel- und Skeletterkrankungen verursachen die meisten Fehltage
Bezogen auf die Anzahl der Fehltage lagen Muskel- und Skeletterkrankungen mit 19,4 Prozent vor Atemwegserkrankungen (14,3 Prozent), Psyche (13,9 Prozent) und Verletzungen (9,3 Prozent). Die durchschnittliche Krankheitsdauer je Arbeitsunfähigkeit lag bei 10,1 Tagen.
Im Branchenvergleich registrierte die AOK NordWest bei ihren Mitgliedern in Schleswig-Holstein 2025 den höchsten Krankenstand mit 7,9 Prozent im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Bereich Energie/Wasser und Entsorgung mit 7,7 Prozent. Der niedrigste Wert gab in der Land- und Forstwirtschaft mit 4,2 Prozent sowie im Wirtschaftszweig Banken und Versicherungen mit 4,7 Prozent.