Hamburg & Schleswig-HolsteinHapag-Lloyd verdient deutlich weniger – trotzdem Dividende

Trotz gestiegener Transportmenge leidet Hapag-Lloyd unter sinkenden Frachtraten und höheren Kosten. Für das laufende Jahr schließt das Unternehmen Verluste nicht aus.
Hamburg (dpa/lno) - Die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd hat wegen niedrigerer Frachtraten und gestiegener Kosten im vergangenen Jahr deutlich weniger verdient. Bei einem Gesamtumsatz von rund 18,6 Milliarden Euro erzielte die weltweit fünftgrößte Reederei ein Konzernergebnis von 924 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Im Jahr zuvor hatte der Gewinn bei einem Umsatz von gut 19 Milliarden Euro noch bei knapp 2,4 Milliarden Euro gelegen.
Hapag-Lloyd will drei Euro Dividende je Aktie ausschütten
Hapag-Lloyd-Chef Rolf Habben Jansen nannte 2025 dennoch ein gutes Jahr für die Reederei. "Wir haben unsere Transportmenge gesteigert und den Markt übertroffen." Angesichts des Ergebnisses wollen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung eine Dividende in Höhe von 3,00 Euro je Aktie vorschlagen. Das entspreche einer Gesamtausschüttung von etwa 500 Millionen Euro.
Für das laufende Jahr sieht Habben Jansen schwierige Zeiten auf die Reederei zukommen. Schon zu Beginn des Jahres hätten ungünstige Wetterbedingungen die Geschäftsentwicklung belastet. "Außerdem führt der Konflikt im Nahen Osten nun zu erheblichen Störungen in unserem Netzwerk sowie zu einem deutlichen Anstieg der operativen Kosten."
Negatives Ergebnis in diesem Jahr möglich
Hapag-Lloyd rechnet deshalb für das laufende Geschäftsjahr mit einem schlechteren Ergebnis, schließt sogar Verluste nicht aus. So erwarte der Vorstand im laufenden Jahr einen Gewinn vor Zinsen und Steuern zwischen minus 1,3 Milliarden und plus 400 Millionen Euro. "Diese Prognose bleibt aufgrund der sehr volatilen Entwicklung der Frachtraten und des Konflikts im Nahen Osten mit erheblichen Unsicherheiten behaftet", betonte Hapag-Lloyd.
Im Segment Linienschifffahrt - Hapag-Lloyd verfügt über 301 Containerschiffe mit einer Transportkapazität von 2,5 Millionen Standardcontainern (TEU) - sank der Umsatz den Angaben zufolge im vergangenen Jahr um rund 490 Millionen Euro auf knapp 18,3 Milliarden Euro. Gleichzeitig stürzte der Gewinn vor Zinsen und Steuern von 2,5 Milliarden auf rund 890 Millionen Euro ab. Dabei sei die Transportmenge um acht Prozent auf 13,5 Millionen TEU gestiegen.
Frachtrate um acht Prozent gesunken
Allerdings sank jedoch die durchschnittliche Frachtrate infolge wachsender Kapazitäten und zunehmender Handelsungleichgewichte um acht Prozent auf 1.191 Euro je Container, wie Hapag-Lloyd mitteilte. Weitere negative Einflüsse auf das Ergebnis seien unter anderem operative Störungen infolge neuer Zollpolitiken, anhaltender Sicherheitskonflikte im Roten Meer sowie Hafenüberlastungen.
Im Bereich Terminal und Infrastruktur - Hapag-Lloyd ist an 21 Containerterminals in Europa, Lateinamerika, USA, Indien und Nordafrika beteiligt - stiegen die Umsätze den Angaben zufolge um 54 Millionen Euro auf 455 Millionen Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern sei dagegen "aufgrund operativer Herausforderungen und Anlaufkosten" um acht Millionen Euro auf 58 Millionen Euro gesunken.
Hapag-Lloyd beschäftigt rund 18.000 Menschen
Hapag-Lloyd beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit rund 18.000 Menschen, ist in 140 Ländern mit 400 Büros präsent und betreibt 133 Liniendienste zwischen mehr als 600 Häfen auf allen Kontinenten. Den Containerbestand bezifferte die Reederei auf 3,7 Millionen TEU.