Regionalnachrichten

Hamburg & Schleswig-HolsteinHeimstarker HSV vor Leipzig: Poulsen bereit für Duell mit Ex

27.02.2026, 16:23 Uhr
HSV-Profi-Yussuf-Poulsen-l-steht-vor-der-Partie-gegen-seinen-Ex-Club

Der nächste Gegner des HSV passt eigentlich genau ins Beuteschema: Ein Heimspiel gegen einen Top-Club. Das Duell ist für einen Spieler ganz besonders emotional.

Hamburg (dpa/lno) - Der in dieser Saison so häufig verletzte HSV-Kapitän Yussuf Poulsen fiebert nach zuletzt zwei Joker-Einsätzen auf die Partie gegen seinen langjährigen Arbeitgeber RB Leipzig hin. Merlin Polzin traut seinem 31 Jahre alten Angreifer zu, dass er nach dem mehrmonatigen Ausfall wieder vollkommen bereit ist.

"Er konnte jetzt die Woche nach und nach immer mehr trainieren, nachdem er am Anfang der Woche von uns so ein bisschen im Blick gehalten wurde, und ist definitiv einsatzfähig", sagte Polzin vor der Partie am Sonntag (19.30 Uhr/DAZN). Poulsen sei "maximal angespornt".

Insgesamt verbrachte der Däne zwölf Jahre in Leipzig, ist Rekordspieler des Clubs und gilt bei den Sachsen als Idol. In der Hinrunde widmeten die RB-Fans ihm eine große Choreo-Huldigung im Stadion.

Personell kann Polzin auch wieder auf Abwehrchef Luka Vuskovic zurückgreifen. Der bislang überragenden Kroate, der am Dienstag seinen 19. Geburtstag feierte, fehlte beim 1:1 in Mainz wegen einer Gelb-Sperre. Auch Albert Sambi Lokonga steht nach seiner Sprunggelenksverletzung zumindest wieder im Kader. Neuzugang Albert Groenbaek und Youngster Alexander Rössing-Lelesiit befinden sich noch in Reha-Maßnahmen und stehen nicht zur Verfügung.

Genügend fittes Personal können die Norddeutschen gebrauchen, stehen sie doch vor anstrengenden sechs Tagen. Nach dem Leipzig-Spiel ist am Mittwoch Bayer 04 Leverkusen zum Nachholspiel zu Gast, am Samstag reist der Hamburger Tross dann zum abstiegsbedrohten VfL Wolfsburg.

Duell der jüngsten Bundesliga-Trainer

Gegen die Niedersachsen kassierte der HSV Ende Oktober seine letzte Heimniederlage. Seither sind die Hanseaten im Volksparkstadion in sieben Ligaspielen ungeschlagen geblieben. Vor allem gegen die Top-Clubs verkaufte sich der Club zu Hause achtbar: Der HSV erreichte Unentschieden gegen Bayern München und Borussia Dortmund. Gegen Stuttgart reichte es sogar zum Last-Minute-Erfolg.

Nun also Leipzig, der Tabellenfünfte. Polzin sagte, man sei sehr dankbar, ein Spiel im heimischen Stadion zu erleben gegen eine Mannschaft, die um europäische Plätze spielt. "Ich glaube, wir haben dennoch auch schon gezeigt, dass die Jungs mithalten können in diesen Spielen und auch erfolgreich sein können in diesen Spielen", sagte der Coach mutig. Im Hinrundenspiel unterlagen die Hanseaten trotz einer ordentlichen Leistung mit 1:2.

Am Sonntag treffen zudem die beiden jüngsten Trainer der Liga aufeinander. Der 35 Jahre alte Polzin beobachtet den Werdegang seines Kontrahenten Ole Werner (37) genau. "Ich glaube, das ist das Wichtigste als Trainer oder Mensch im Generellen, dass man immer versucht, besser zu werden und zu lernen. Und das kann ich definitiv von ihm", sagte Polzin.

"Natürlich ist es so, dass man als junger Trainer dann auch andere Trainer verfolgt, die vielleicht noch nicht ganz so alt sind, um einfach den Werdegang dann auch zu sehen oder vielleicht sich auch etwas abzuschauen", fügte der HSV-Coach hinzu.

Beide Fußball-Lehrer sind im Norden Deutschlands groß geworden. Als Werner noch Zweitliga-Trainer bei Holstein Kiel war, stand ihm Polzin in einigen Partien als Assistenztrainer aufseiten des Hamburger SV gegenüber. "Sehr angenehmer Charakter. Ich glaube, die Norddeutschen, die passen dann auch gut zusammen von der Art und Weise", meinte Polzin.

HSV: Zehn Punkte aus sechs Spielen

Der HSV hält aktuell die Fahne des Nordens hoch und steht in der Tabelle im Vergleich zu den Rivalen FC St. Pauli und Werder Bremen am besten da. In der Tabelle belegt der Club den elften Rang mit sechs Punkten Abstand auf den Stadtrivalen St. Pauli, der sich auf dem Relegationsplatz befindet. Die Bremer stehen einen Punkt dahinter auf dem 17. Rang.

Der HSV überzeugte zuletzt mit beachtlichen Leistungen. In den vergangenen sechs Bundesligapartien holte die Mannschaft zehn Punkte. Die Niederlage in Freiburg (1:2) Anfang Januar schmälert etwas die sonst höchst zufriedenstellende 2026er-Bilanz.

Quelle: dpa

Regionales