Hamburg & Schleswig-HolsteinMahnwache – ADFC fordert mehr Sicherheit auf Radwegen

Nach dem tödlichen Unfall in Hamburg-Moorfleet fordert der ADFC mehr Sicherheit für Radfahrer und kritisiert Behörden. Am Sonntag ist eine Mahnwache an der Unfallstelle geplant.
Hamburg (dpa/lno) - Nach dem ersten tödlichen Fahrradunfall in diesem Jahr in Hamburg ruft der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) für Sonntag zu einer stillen Mahnwache auf. Treffpunkt sei um 14.00 Uhr die Unglücksstelle an der Amandus-Stubbe-Straße 10 im Stadtteil Moorfleet, teilte der ADFC mit.
Dabei werde auch ein weißes Ghostbike zum Gedenken an das Opfer aufgestellt. Laut Polizei sind im vergangenen Jahr elf Radfahrer auf Hamburgs Straßen ums Leben gekommen - einer mehr als 2024.
63-Jähriger von abbiegendem Lastwagen erfasst
Beim ersten tödlichen Unfall in diesem Jahr war am Donnerstag ein 63 Jahre alter Fahrradfahrer von einem abbiegenden Lastwagen erfasst und getötet worden. Der Lkw sei kurz vor 6.00 Uhr von einem Firmengelände nach links abgebogen und dabei mit dem querenden Radfahrer kollidiert, teilte die Polizei mit. Der Fahrer habe den Radfahrer übersehen, hatte die Polizei in einer ersten Pressemitteilung erklärt. Der Radfahrer starb noch am Unfallort. Der Lkw-Fahrer wurde vom Kriseninterventionsteam des Deutschen Roten Kreuzes psychosozial betreut.
Der ADFC wirft Senat und Polizei Versagen vor. Das lasse sich an der Unfallstelle klar erkennen. So gebe es keine Haltelinie zur Fahrbahn und auch keine roten Markierungen. "Und das an einem Ort mit hohem Schwerlastverkehrsaufkommen und prinzipbedingt bereits gefährlichem Zweirichtungsradweg."
ADFC wirft Verantwortlichen Untätigkeit vor
"Die Verantwortlichen handeln erst, wenn es zu spät ist und ein Mensch getötet oder schwer verletzt wurde, wie bei den Unfällen im Berner Heerweg, im Heidenkampsweg oder in der Überseeallee", klagte ADFC-Vorstand Thomas Lütke.
Und das, obwohl den Behörden Hunderte Hinweise zu Sicherheitsdefiziten auf Hamburgs Straßen vorlägen. "Statt zu handeln und die Gefahrenlage zu beseitigen, zählt die Politik lieber Parkplätze, rät die Polizei Radfahrenden zu persönlicher Schutzausrüstung und lädt die Verkehrsdirektion engagierte Bürger*innen lieber zu "Gesprächen" ins Polizeipräsidium ein."