Regionalnachrichten

Hamburg & Schleswig-HolsteinMarine richtet Innovationszentrum in Kiel ein

20.05.2026, 16:48 Uhr
Die-Deutsche-Marine-richtet-ein-Innovationszentrum-in-Kiel-ein
(Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa)

Der Marinestützpunkt Kiel wird zum Innovationsstandort: Ein neues Zentrum soll Forschung, Industrie und Bundeswehr enger vernetzen. Was das für die Region bedeutet.

Kiel (dpa/lno) - Der Marinestützpunkt Kiel soll in den kommenden Jahren ausgebaut werden und ein Innovationszentrum erhalten. Kiel sei ein wichtiger Standort für die deutsche Sicherheits- und Verteidigungsindustrie, mit Schwerpunkten auf Schiffbau, Landsystemen sowie Marineelektronik, teilte das Verteidigungsministerium mit. "Wir werden die Nähe zur Deutschen Marine, zu etablierten Forschungseinrichtungen und das ausgeprägte Innovationsökosystem vor Ort nutzen", hieß es.

Derzeit werde ein Konzept zu den Standortentscheidungen erarbeitet. Die Aufstellung des neuen Innovationszentrums in Kiel verlaufe parallel zum personellen Aufwuchs des Innovationszentrums in Erding und wird voraussichtlich noch in diesem Jahr angestoßen.

Günther lobt gute Vorbereitung für Entscheidung

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sprach von einer herausragend gute Botschaft für Schleswig-Holstein und für den maritimen Standort Deutschland. "Kiel ist genau der richtige Ort für dieses Zentrum."

In Schleswig-Holstein seien frühzeitig der Grundstein gelegt, die richtigen Partner zusammengebracht und mit dem Innovationsnetzwerk für maritime Sicherheitstechnologien Strukturen geschaffen worden, auf denen das Bundeswehr-Innovationszentrum aufbauen könne. "Diese Entscheidung ist deshalb nicht nur eine große Auszeichnung, sondern auch das Ergebnis konsequenter Vorbereitung und enger Zusammenarbeit", so Günther.

Reaktionen

Die norddeutsche Wirtschaft begrüßte die Entscheidung. Die Ankündigung des Verteidigungsministeriums sei ein gutes Signal für den Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein mit seiner starken wehrtechnischen Industrie, sagte UVNord-Präsident Philipp Murmann. "Sowohl im Marine-Schiffbau, bei Elektronik-Komponenten als auch bei Landsystemen haben wir eine große unternehmerische Expertise, die dadurch weiteren Rückenwind erfährt." Er sprach von einer großen Chance für den Mittelstand und die Wehrtechnik-Unternehmen im Land.

Auch nach Ansicht der Industrie- und Handelskammer wird der Standort gestärkt. Schleswig-Holsteins maritimes Ökosystem aus Wirtschaft und Wissenschaft sei leistungsfähig und innovativ, sagte der Präsident der IHK Schleswig-Holstein, Thomas Buhck. "Start-ups, Mittelstand und Global Player werden ihren Beitrag leisten, die Kompetenzen der Bundeswehr zu steigern." Die Entscheidung sei zudem ein wichtiges Signal für die Nato-Partner im Ostseeraum. "Bestehende Kooperationen und die gute Erreichbarkeit des Standorts tragen zur Sicherheit und zum Wachstum in der Region bei."

Das Innovationszentrum im bayrischen Erding ist nach Angaben der Bundeswehr eine Brücke zwischen Industrie, technologieorientieren Start-ups und der Bundeswehr. Sein Auftrag sei es, Innovationsprozesse zu beschleunigen, den Technologietransfer zu strukturieren und die Zusammenarbeit zwischen zivilen und militärischen Akteuren zu stärken.

Quelle: dpa

Regionales