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Hamburg & Schleswig-HolsteinMutmaßliches Mitglied von pädokriminellem Netzwerk angeklagt

21.04.2026, 18:20 Uhr
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Die Hamburger Staatsanwaltschaft verdächtigt einen weiteren Jugendlichen, Mädchen über soziale Medien zu Selbstverletzungen genötigt zu haben. Verbindungen zum "White Tiger" sollen nicht bestehen.

Hamburg (dpa/lno) - Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen Jugendlichen erhoben, der sieben Mädchen in sozialen Medien zu sexuellen Handlungen und Selbstverletzungen vor der Kamera genötigt haben soll. Teils soll er Mittäter gehabt haben. Der Jugendliche soll Online-Gruppen nach dem Vorbild des internationalen Sadisten-Netzwerks "764" gegründet haben, teilte die Behörde mit.

Verbindungen zum angeklagten "White Tiger" bestünden aber nicht, hieß es. Unter diesem Foren-Namen soll ein 21 Jahre alten Deutsch-Iraner aus Hamburg zwischen 2021 und 2023 insgesamt 204 Straftaten begangen haben. Seit dem 13. Januar läuft gegen ihn ein nicht öffentlicher Prozess am Landgericht.

Der "White Tiger" soll Kopf des Sadisten-Netzwerks "764" gewesen sein und über Kontinente hinweg per Internet Kinder und Jugendliche missbraucht haben. Meist soll er zunächst ihr Vertrauen gewonnen, sie dann mit pornografischen Bildern und Videos erpresst und vor laufender Kamera zu immer heftigeren Selbstverletzungen gezwungen haben - bis hin zum Suizid.

Mädchen sollte sich in Haut ritzen

Der jetzt angeklagte Jugendliche habe 12- bis 15-jährige Mädchen emotional manipuliert und zu immer gravierenden Verhaltensweisen gezwungen, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Eines der Mädchen habe er überredet, sich die Namen des Angeklagten und von ihm gegründeter Gruppen in die Haut zu ritzen.

In der Anklage geht es um 37 Fälle, die Taten sollen zwischen Mai 2023 und März 2024 verübt worden sein. Vorgeworfen werden ihm schwere sexuelle Missbräuche von Kindern, sexuelle Nötigungen und gefährliche Körperverletzung in mittelbarer Täterschaft.

Anklage: Auch Homosexuelle attackiert

Zwischen Sommer 2024 und Frühjahr 2025 soll der Jugendliche zudem Straftaten gegen Homosexuelle begangen haben. In elf Fällen vereinbarte er der Anklage zufolge über Dating-Portale Treffen mit Männern, um sie dann aus vermutlich homophoben Motiven unvermittelt anzugreifen und zu verletzen.

Der Beschuldigte befindet sich seit dem 23. Dezember vergangenen Jahres in Untersuchungshaft. Sollte es zum Prozess kommen, werde dieser unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

Nach einem Bericht der "Washington Post", die sich auf Angaben des FBI bezieht, ist das Netzwerk "764" benannt nach einem Teil der Postleitzahl der texanischen Stadt Stephenville. Es sei die Heimatstadt des in den USA zu 80 Jahren Haft verurteilten Gründers des Netzwerks.

Quelle: dpa

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